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Forum für hermetische Kunst und Kultur & Astrosophische Praxis
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Astrosophie als Entfaltungsweg der Seelenmatrix
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wenn man die vielen Geschehnisse eines persönlichen Lebens nur bezogen auf
ihre äußere Gestalt betrachtet, dann treiben im großen Strom der Zeit eine Fülle
von Ereignisse am Menschen vorüber, die in einem Wechsel liegen von der
Kategorie erfreulich, bis zu weniger erfreulich. Im Laufe der Zeit nimmt man die
verschiedenen Sequenzen der Ereignisse oftmals wie Inseln wahr, die einen von
der einen zur anderen Situation tragen. Viele Menschen erfahren auf diese Weise
einen Abstumpfungsprozess, der sie in den Sumpf des Alltags immer tiefer einsinken
läßt, so daß sie im Laufe der Zeit nicht mehr die essentielle Bedeutsamkeit
einzelner Situationen wahrnehmen. Dabei besitzt die äußere Welt einen verbindenden
Charakter, der den Menschen in einen Dialog einschleust, der ihm über
die Erlebensebenen wesentliche Impulse zu vermitteln vermag, besonders zu
jenen Inhalten, die dem Menschen nicht bewußt sind. Um diese erkennen zu können
oder um sich dafür zu sensibilisieren, ist es notwendig, sich das eigene Leben
aus einer übergeordneten Sicht anzuschauen.
Hilfreich für einen Erkenntnisprozeß ist es, sich nicht emotional an einzelne
Situationen oder die Menschen, die sie verursacht haben, zu binden, sondern sich
die Frage zu stellen: Was sind es für Grundthemen, die sich durch mein Leben
hindurchziehen? Wenn man unter diesem Gesichtspunkt Selbstrecherche
betreibt, wird man erstaunt sein, denn man wird erkennen, daß es eine Reihe von
Erfahrensmustern gibt, die sich wie ein roter Faden durch das Leben ziehen.
Oft wird dabei deutlich, daß sich die Dinge, gleichgültig welchen Bereich sie
betreffen, ähnlich abspielen. Vielleicht folgert man daraus, daß es anderen
Menschen auch so ergehen muß. Doch jeder besitzt in seinem Leben eine gewisse
Anziehungskraft oder besser gesagt eine Resonanz zu bestimmten
Erlebnisbereichen, die nur er ganz individuell erfahren kann. Dies läßt sich daran
erkennen, daß jeden Menschen ganz spezifische Lebensmythen umgeben, die oft
einen Wiederholungscharakter haben. Jeder Mensch erfährt ganz eigene Gesetzmäßigkeiten,
die er rhythmisch im Laufe der Jahre durchlebt. Daran wird deutlich,
daß die schicksalhaften Lebenssituationen immer zu ihm gehören, sie beziehen
sich also individuell auf ihn, und er selber ist die Instanz, die unbewußt dazu eine
seelische Vorlage liefert, aus der sich die Lebensverläufe gestalten.
Führt man sich diesen Zusammenhang vor Augen, hat man bereits jenen ersten
Schritt getan, um mit dem Erlebten in anderer Form umzugehen.
Man vermag zu erkennen, daß man keiner Willkür ausgeliefert ist, die sich
Schicksal nennt, welche die Willensintentionen vereitelt, sondern, daß man selber
bestimmte Gesetzmäßigkeiten hervorruft, ähnlich wie der Volksmund ganz richtig
formuliert: “Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“. Dies geschieht natürlich
nicht bewußt, sondern man trägt durch die eigene Unbewußtheit zur Manifestation
bestimmter Gesetzmäßigkeiten bei. Das Spektrum jeder menschlichen Persönlichkeit
ist so breit gefächert und oftmals auch so widersprüchlich, daß jedes
Individuum spezifische Wesensanteile besonders ausprägt, sich an sie bindet und
geneigt ist, mit ihnen das Leben zu bestreiten. Die verdrängten Persönlichkeitsaspekte
schlummern dann latent im Verborgenen der Seelenlandschaft und
warten darauf, daß sie vom Menschen ins Bewußtsein gehoben werden. Solange
dies aber nicht der Fall ist, begegnen sie ihm im Verlauf seines Lebens durch
äußere Ereignisse. Dies ist bei jedem Menschen so, denn niemand vermag eine
solche Bewußtheit zu entwickeln, daß er jenen Gesetzmäßigkeiten nicht mehr
ausgeliefert ist. Wäre ein Mensch so bewußt, daß er keine neuen Manifestationen
mehr erzeugen würde, bräuchte er nicht zu inkarnieren.
Die Erkenntnis, daß die Lebensereignisse aus dem Unbewußten gespeist werden,
ist eine überlieferte Mysterienweisheit, die in den traditionellen Schulen gelehrt
wurde. Ein Teil der Arbeit auf einem Bewußtwerdungsweg besteht darin, jene
Bereiche des Lebens, in denen man in der Erleidensform an die Inhalte des Unbewußten
herangeführt wird, zu durchleuchten und die hinter den Schicksalskräften
verborgenen Themen zu erforschen. Dies kann zu einem gewissen Teil dadurch
erfolgen, daß man sich ein Grobraster schafft und damit ergründet, welche
Dynamik im Leben wirkt. Das eigene Leben dahingehend zu durchleuchten, welche
Erlebenssituationen einen Wiederholungscharakter aufweisen.
Auch wenn unterschiedliche Lebensstationen und andere Menschen daran beteiligt
sind, gleicht unser Leben oft einer Theaterinszenierung, die zwar neue
Schauspieler bekommt und andere Bühnenbilder, aber das Stück das gespielt
wird, ist stets das gleiche.
Die Bereitschaft, eine dergestaltete Übersicht in den Schicksalsverlauf zu bringen,
ist ein ganz wichtiger Schritt dorthin. In den Mysterienschulen benutzte man spezielle
für eine solche Arbeit geschaffene Systeme, mit denen man die verborgenen
Inhalte, die sich in den äußeren Formen des Lebens offenbarten, zu entschlüsseln
vermochte.
Die Astrosophie ist ein solches System, welches als Benennungssystem der Wirklichkeit,
die Welt mit ihren äußeren Formen, in ihre unterschiedlichsten gestalterischen
Manifestationen aufzugliedern vermag, um schlußendlich auf die verborgenen
Inhalte schließen zu können, durch die der Mensch in seinem Leben Verwicklung
erfährt. Wendet man die Astrosophie dergestalt an, hält man ein geniales
System in der Hand, das es einem ermöglicht, detailliert herauszufinden, welche
inhaltlichen Themen über die Lebensverläufen, ständig an einen herangeführt
werden. Auf diese Weise läßt sich ein intensiver Dialog mit dem Leben führen.
Ergreift man die Chance eines solchen Dialoges, dann ist es auch fortan möglich,
mit dem Erlebten anders umzugehen. Die Welt und die darin enthaltene Lebensdynamik
erhält damit einen anderen Stellenwert. Sie bleibt nicht auf dem Pol der
willkürlichen Leidverursacherin haften, sondern sie wird zur Vermittlerin von
Inhalten, mit denen der Mensch korrespondieren kann.
Nimmt man die Chance an, einen solchen Dialog zu führen, ergründet und forscht
man nach den Inhalten, die hinter den Formen verborgen sind, verschafft man
sich über diesen Weg einen Zugang zu den verborgenen Seeleninhalten. Kennt
man die Inhalte die einen leidhaft verwickeln, vermag man mit diesen auf andere
Weise umzugehen. Denn primär sind sie dazu da, um vom Menschen bearbeitet
zu werden, um an ihnen zu wachsen. Deshalb treten sie auch immer wieder in
den Lebensverläufen auf. Im Moment der bewußten Erkenntnis und aus einer
daraus folgenden Annahme verlieren die Situationen ihren bindenden Charakter.
Oftmals läßt sich auch beobachten, daß die Intensität der Erfahrung eine andere
wird. Allein aufgrund der Bereitschaft entschlüsselnd und lernend durch die eigene
Existenz zu gehen, vermag sich ein völlig anderes Lebensklima einzustellen.
Mit der Astrosophie ist es möglich, die tieferen gesetzmäßigen Zusammenhänge
der seelischen Entwicklung eines Menschen, sowie die energetischen Ausdrucks-
formen seiner Seelenmatrix zu erkennen, die wie ein unterirdischer Strom unter
der sichtbaren Kausalität des Alltages fließen. Somit wird das Gewebe sichtbar,
das den Schicksalsablauf eines Menschenlebens trägt. Die Astrosophie stellt den
Zusammenhang zwischen Seele und Schicksal her. Die äußeren Begebenheiten
werden für sie dabei zum Forschungsgegenstand, um die nötigen Rückschlüsse
auf die Seeleninhalte ziehen zu können. Eine solche metaphysischen Betrachtung
kann den Menschen auf jenen Standpunkt heben, von dem aus er sein
Leben als ein Ganzes sieht, nämlich als eine eigene wachsende Gestalt. Von diesem
gewahrt er die Individualität seiner Seelenmatrix, die sich wie ein unaufhörlicher
Strom aus seinem Inneren heraus in die Zeit ergießt, in der sich die Matrix
in der Reihe der Einzelereignisse offenbart.
In einem Gespräch zieht der Astrosoph seine Rückschlüsse aus den äußeren
Lebensformen und schließt von diesen auf die darin zu Grunde liegenden unbewußten
Seelenraster und deren Inhalte. Darüber hinaus macht er diese dem
Klienten bewußt und formuliert aus ihnen die für den Menschen jeweilig notwendigen
Lernerfahrungen. Auf diese Weise angewandt wird die astrosophische
Beratung zu einer Brücke, die zu den Lerninhalten führt, die den Menschen auf
seinem Lebensweg zu befreien vermögen. Das Ziel eines solchen Gespräches ist
es, sich nicht gegen die Bedingungen des Lebens zu wehren, ihnen zu entgehen,
sondern sie zu benutzen um mit ihnen zu arbeiten. Das ist ein gravierender
Unterschied zu den üblichen Umgangsweisen vieler Menschen mit ihrem Leben.
Damit wird das Erlebte zu einer Möglichkeit des Wachstums, aus dem Heilwerdungsprozesse
entstehen können. Besonders dadurch, daß man die
Geschehnisse im Leben nicht als rein zufällig und damit von sich separiert
ansieht, sondern seine eigenen unbewußten Anteile in den äußeren Dramen
erkennt.
Die Astrosophie ist ein Instrument, welches dem Menschen dazu verhilft, mittels
der erlebten äußeren Themen, das Verständnis für den verborgenen Keim der
Persönlichkeit zu erweitern. Man erkennt im Zerrspiegel des Erlebens, was das
Innere eigentlich auf die Welt bringen möchte. Meist hindern einen aber Vorstellungen
und Ideale, die man von sich selber hat - die sich auf tragische Weise
vor die Türe des wahren Wesens gestellt haben.
Die Erkenntnis und die daraus folgende Korrekturarbeit, die verborgenen oder
verdrängten Anteile des inneren Musters anzunehmen und ihnen durch
Anerkennung und Selbstliebe, Ausdruck zu verleihen ist als eine beachtliche
Leistung auf dem individuellen Lebensweg anzusehen. Stück für Stück setzt man
gleichsam wie die Teile einer zerbrochenen Bildplatte im Bewußtsein die fehlenden
Elemente wieder ein, die das Werk der Vervollkommnung unterstützen. Sehr
oft decken sich die persönlichen Ideale und Ziele des Menschen nicht mit den
bestehenden Strukturen der inneren Seelenmatrix (Diese finden Sie in meinem
Buch: „Astrologie - die Symbolik des Lebens entschlüsseln“, Urania Verlag, definiert.).
Der Mensch gerät durch seine leitbildhaften Persönlichkeitsbilder aus dem
Gesetz seines Geburtsmusters, was sich darin auswirkt, daß im Leben manches
„schief läuft“. Gelingt es dem Menschen, die Harmonie mit seinem Geburtsmuster
herzustellen, indem er daran arbeitet, die bestehenden Prinzipien seines Musters
zu erfüllen, ordnen sich die Dinge in seinem Dasein, weil er im Sinne seines
Auftrages in Wahrheit mit sich lebt und damit im Einklang mit der in seinem eigenen
Inneren bestehenden Ordnung.
Die Anteile des Geburtsmusters die mit geschönten Wunschbildern der
Persönlichkeit überschattet werden, die nicht der wahren inneren Matrix entsprechen,
entfachen eine Dynamik die in der Folge in Erleidenssituationen hineinführt.
Dies können körperliche Symptome sein oder leidhafte Beziehungen zu
Mitmenschen oder auch konkrete Umbruchsituationen. Erlösend ist es besonders
dann, wenn der Mensch erkennt, daß er die Verläufe nicht zufällig erfährt, denn
sie tragen seelische Qualitäten an ihn heran, die ihm objektiv betrachtet das
geben, was ihm fehlt.
Alle erlebten äußeren Situationen folgen einer kosmischen Gesetzmäßigkeit, die
dem Menschen über die Welt der äußeren Formen Impulse setzt, um ihn zu einer
erweiterten Selbsterkenntnis zu führen. So wird das Leben mit den intensiven
Herausforderungen, zu einem Dialogpartner der einem etwas Bedeutsames
erzählen möchte.
Analysiert man die menschliche Umgangsweise mit problematischen Themen
wird ersichtlich, daß das häufigste Bestreben stets das Vermeiden unangehmer
oder belastender Zustände ist. Beispielsweise werden gesundheitliche Probleme
mit medikamentösen Keulen weggedrängt, ohne nach der „causa“ zu forschen,
oder leidet ein Mensch an depressiven Stimmungen, wird nach heiterer Ablenkung
gesucht, um schleunigst der Tiefstimmung zu entrinnen. Das "Obenauf"
und "gut drauf" als Lebensmotto führt immer tiefer in die Sackgasse der Nichtkonfrontation,
in der irrigen Hoffnung, sich auf diese Weise belastenden und
schweren Erfahrungen entziehen zu können. Unter diesem Gesichtspunkt befindet
sich ein großer Teil der Menschen in ihrem Leben auf der Flucht vor jenen
Anteilen, die aufgrund ihrer Dominanz Größeres bedeuten als eine willkürliche
Störung der Betroffenen. Die abgelehnten Lebenssituationen entfalten nur deshalb
eine zwingende Dominanz, weil sie Träger von Inhalten sind, die dem
Betroffenen im Bewußtsein fehlen.
Eine andere Art der Konfrontation läge in der Bereitschaft, sich zu öffnen, um den
Themen entgegenzugehen, was zu überraschend anderen Lebensverläufen führen
würde. Leider sind sich die meisten Menschen des heilenden Aspektes einer
veränderten Umgangsweise nicht bewußt. Denn in der Bereitschaft, nach den
nicht bewußten eigenen Anteilen in den sich auslösenden Wandlungsprozessen
zu forschen, ist ein viel tieferes Heil zu finden. Viele Menschen sind daran
gewöhnt, im Umgang mit den weltlichen Verläufen nach dem Prinzip von Ursache
und Wirkung zu handeln. Sie weichen Hindernissen oder Gefahren, die sich ihnen
in den Weg stellen aus, um eine vermeintliche Sicherheitsdistanz herzustellen.
Dies mag für die kleinen Kausalbereiche gültig sein. Einem Auto, das auf einen
zurast, weicht man auch aus, um sein Leben zu schützen.
Darüber hinaus gibt es aber ganz essentielle Erlebensbereiche, die mit den kleinen
alltäglichen Abläufen nicht zu vergleichen sind. Dies sind die großen Manifestationen
im Leben, die im Verborgenen wirkend Lebensverläufe umgestalten
und damit für den Betroffenen Botschaften zu Tage treten lassen. Solchen Ansprachen
sollte man nicht durch einfaches Weglaufen begegnen, denn über diesen
Weg wird der Mensch mit Prinzipien in Verbindung gebracht, die in seinem
Bewußtsein bis dorthin keinen Zugang gefunden hatten. Da ist es besser zu
Hinterfragen, ob die angenommenen Lebensintentionen mögliche Fehlhaltungen
enthalten. Wendet man sich hinterfragend dem Geschehen zu, dann erhalten die
Verläufe stets eine Verwandlung, weil man sich suchend den verborgenen
Inhalten widmet. Dies führt zu einem inneren Ausgleichsmoment, weil der
Suchende das Fehlende in sich bewegt. Die bestehende Einseitigkeit eines fixierten
Selbstbildes wird ausgeglichen. Die besorgte Frage: "Was fehlt Dir denn?",
läßt im Keim deutlich werden, daß ursprünglich einmal ein Wissen um diese
Gesetzmäßigkeit bestanden hat, welches dem Menschen im Laufe der Zeit
abhanden gekommen ist.
Es gibt in den funktionalen Bereichen der Welt eine Fülle von Beispielen, an
denen deutlich wird, daß Probleme oder gar Symptome durch die Konfrontation
mit dem gleichen Prinzip der Entsprechung, zu einer Lösung oder zu einer
Heilung geführt werden. Leidet ein Mensch beispielsweise an nervösen
Störungen, wie Nerven- oder Muskelzuckungen, was im astrosophischen Modell
einer Uranusthematik entspräche, so verschreibt der Mediziner ihm Magnesiumpräparate,
die ebenfalls eine Zuordnung zur Uranusanalogie besitzen. Oder leidet
ein Mensch an Schwermut, eine Manifestation des Saturn-Prinzipes, so wird
ihm homöopathisch Plumbum (Blei) verabreicht, das ebenfalls in die Saturnanalogie
gehört. Man bedient sich auch hier in der Verordnung eines Metalls mit
erhöhtem Schweregrad, um damit der inneren Schwere mit Entsprechendem zu
begegnen.
Man antwortet stets auf der konkreten Ebene mit jenen Prinzipien, die dem
Betroffenen fehlen und die ihren Ausdruck in der entsprechenden Symptomatik
finden. Im Laufe der Erforschung von Behandlungsmethoden hat man festgestellt,
daß bei bestimmten Symptomen ganz spezifische verordnete Mittel ihre
entsprechende Wirkung ausübten und griffen. Solche Werte sind aus langjährigen
Erfahrungen herausgefiltert und als Lerninhalte weitervermittelt worden. Besitzt
man den analogen Schlüssel zu den Urprinzipien und zu der Symbolik der äußeren
Formen der Welt, wie er im System der Astrosophie enthalten ist, vermag man
auf ganz andere Art und Weise hinter den Schleier solcher Zusammenhänge zu
blicken. Im Gegensatz zu der Vorgehensweise, die auf erworbenem Wissen und
damit auf Erfahrungen anderer beruht, läßt sich aus der Kenntnis analoger
Zusammenhänge auf jeder Ebene ganz gezielt die entsprechende Thematik formulieren.
Durch das eigenständige Erkennen der Gesetzmäßigkeiten von analogen
Zusammenhängen handelt man stets aus gewachsener eigener Einsicht. Mit
der Kenntnis der analogen Zusammenhänge der Welt der Manifestationen vermag
man viel sicherer zu agieren, versteht aber auch, warum in vielerlei
Situationen angewandte Maßnahmen wirkungslos bleiben.
In den zuvor beschriebenen Handlungsweisen verbirgt sich der aus der Homöopathie
bekannte Grundsatz: "Similia similibus curentur - Ähnliches möge durch
Ähnliches geheilt werden", der nicht nur dort eine Gültigkeit besitzt, sondern der
als Überschrift für eine zentrale Gesetzmäßigkeit steht, die eine besondere Rolle
in der seelischen Aufarbeitung der in der Form verborgenen geistigen Inhalte
besitzt. Im Sinne der hermetischen Philosophie sind die Grenzen nicht vom materiellen
Weltbild gesteckt. Dieser Grundsatz endet nicht bei der Verabreichung
eines homöopathischen Mittels, das auch nur Vermittler einer Idee ist, die sich
nach Einnahme im menschlichen Organismus als Information auszubreiten
beginnt. In gleicher Weise ist es möglich, sich dieses Prinzip auch in der Umgangsweise
mit der Welt zu Eigen zu machen: Indem man sich mit den unbewußten
Anteilen des eigenen Geburtsmusters und deren Lerninhalten aus eigenem
Antrieb beschäftigt.
Einer der Gründe, weshalb der wissenschaftlich geprägte Mensch die Homöopathie
als wirkungslos und unsinnig bezeichnet, ist die Unkenntnis der Mechanismen,
die sich durch die verabreichten Mittelgaben auslösen. Man forscht stets
auf der falschen Ebene, vergleichbar mit Ahnungslosen, die auf einer Wiese am
Boden liegend Äpfel gefunden haben und nun daraus folgern, die Äpfel seien
Früchte, die zwischen Gräsern wachsen. Wissenschaftler untersuchen homöopathische
Mittel und forschen nach der materiellen Substanz, die in ihnen enthalten
sein soll. Da die Mittel bei höherer Potenzierung sehr bald keine konkret nachweisbaren
Substanzen mehr aufweisen, wird das Verfahren belächelt und als
Spinnerei verworfen. Im gnädigsten Fall verweist man auf die Wirkungen des
Placeboeffektes. Aber sind die wissenschaftlichen Schlußfolgerung im Grunde
nicht lächerlicher und gleichen diese nicht echten Eulenspiegeleien? Mit der wissenschaftlichen
Logik könnte man ebenso gut versuchen, Gehirnflüssigkeit auf
Gedanken zu untersuchen oder Gedanken mit Schmetterlingsnetzen zu fangen.
Die Delution oder das Globuli ist in der Homöopathie nur materieller Träger der
immateriellen Idee eines Prinzipes, die sich über die Einnahme als bisher fehlende
Information in den subtilen Kanälen des menschlichen Organismus ausbreitet.
Hier werden subtile Ideenimpulse in das feinstoffliche System des Organismus
implantiert, welche die innere Resonanz verändern. Das ist vergleichbar mit den
körpereigenen Reizleiterfunktionen, die im Organismus Informationen vermitteln.
Die homöopathische Vorgehensweise entspricht einer Initiation in die Idee der
verabreichten Arznei. Jede Initiation (lat. initium - einen Anfang machen) öffnet
Türen und hebt den Menschen auf eine neue Ebene, auf der er andere Erfahrungsbereiche
durchlaufen kann. Man arbeitet damit an der Schaltstelle des
Lebens, denn wirkliche Veränderungen entstehen immer nur von innen heraus,
und nicht wenn man an äußeren Formen "herumdoktert", wie dies in der allopathischen
Verfahrensweise üblich ist. Mit der Homöopathie liegt eine geniale
Methode vor, mit der es gelungen ist, essentielle Informationen an Trägersubstanzen
zu binden, die dann ihre Wirkung auf einer feinstofflichen Ebene zeigen
und den Mensch von innen heraus verändern. Ein System, mit dem auf
einem stofflichen Weg Bewußtwerdungsimpulse induziert werden können.
Dies kann sich folgendermaßen vollziehen:
Leidet beispielsweise ein Mensch an entzündlichen Prozessen, so läßt dies deutlich
werden, daß in seinem unbewußten ein aggressiver Anteil (Mars-Prinzip)
schlummert, der ihm nicht zugänglich ist, so daß er auf der Symptomebene zu
Tage tritt. Die Verabreichung eines homöopathischen Mittels in einer hohen
Potenz würde dazu führen, daß das in den Stoff gefallene sich wieder zurück in
das Bewußtsein bewegt. Der Homöopath ordnet in diesem Fall die Einnahme
eines Phosphors oder eines Apis an, welche beide einen aggressiven Charakter
aufweisen und somit der Marsanalogie zugeordnet werden. Diese bewirken, daß
sich der Mensch nicht allzu lange nach der Einnahme in Situationen wiederfindet,
die in ihm Aggressionen hervorrufen. Plötzlich findet er nur noch Anlässe, über die
er sich aufregt. Auf diese Weise wächst in seiner Empfindung eine Wahrnehmung
seiner Konfliktbereitschaft heran, die er vorher nicht wahrnehmen konnte, die sich
aber in seinem Symptom äußerte. Gleichzeitig mit dem Gewahrwerden der
erhöhten Konfliktbereitschaft wird auf der anderen Seite sein Symptom, welches
nur der Träger seiner unbewußten Aggression war, überflüssig und ein
Heilwerdungsgeschehen vermag sich einzustellen.
Auf diese Art und Weise ist ein Verschiebungsprozess in Gang gekommen, der
zwar nicht an die direkte Kausalität des homöopathischen Mittels gebunden war,
sondern im Keim der Marsanalogie des Menschen wurde durch die Idee des
Mittels ein Impuls gesetzt, der eine Verschiebung von der inneren Ebene zur
Außenwelt bewirkte. Das Prinzip, an dem der Mensch "krankte“, wurde somit
nicht ausgeschaltet und verdrängt, sondern auf eine andere Ebene gehoben, auf
der nun eine bewußte Bearbeitung und Konfrontation stattfinden kann.
Das Los des Homöopathen ist, daß er oftmals nicht direkt mit den Heilungsprozessen
in Zusammenhang gebracht wird, obwohl er durch die gelungene
Bestandsaufnahme und die Verabreichung des Mittels an dieser Initiation gewirkt
hat. Der Patient beschreibt seinen Krankheitsverlauf dann so, daß er plötzlich in
seinem Leben ziemlich involviert gewesen sei, er vor lauter Stress und
Streitereien sein Symptom nicht mehr beachtet hätte, und nach einigen Wochen
sei es dann von selbst weggegangen.
Die reine Symptombearbeitung wird in der Regel an Menschen angewandt, die
den metaphysischen Aspekt einer solchen Arbeit nicht kennen, weshalb die
Großartigkeit eines solchen Prozesses im Dunklen verborgen bleibt. Trotzdem
vermag das System beim Menschen, wenn auch von ihm nicht bewußt wahrgenommen,
große Veränderungen zu bewirken.
Die symptombezogene Inanspruchnahme von medizinischer oder therapeutischer
Hilfe richtet sich an Menschen, die den Status eines Patienten haben (lat. patientis
= erleiden, erdulden); Menschen die in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Arzt
oder Therapeuten stehen, weil sie von Außenstehenden "machen lassen" und ihre
Mitverantwortlichkeit an ihrem Zustand nicht kennen.
Viele Patienten machen deshalb häufig ihren Arzt für den nicht rechtzeitig einsetzenden
Genesungsprozess verantwortlich, wodurch sie signalisieren, daß ihnen
ihr eigener Bezug zum Thema nicht bewußt ist, sie somit auch für sich keine
Verantwortung übernehmen. Sie glauben, ihr Körper wird in ähnlicher Weise wie
ihr Auto in die Werkstatt gebracht. Wenn die Ventile verschlissen sind, müssen
neue her und dann läuft die Maschine wieder. Doch wehe, es wurde schlampig
gearbeitet, dann wird reklamiert. Wer in diesem Anspruch mit sich umgeht, ist weit
entfernt von dem Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele und wird
natürlich aufgrund seiner Unkenntnis auch weiter in Abhängigkeiten jedweder
Form bleiben.
Welche Konsequenz besitzt die aufgezeigte
Betrachtungsweise im Modell der Astrosophie?
Das Prinzip des „Similimum“ vermag auch auf einer ganz anderen Ebene zu greifen
und zwar dann, wenn der Mensch weder ausgeliefert und krank ist, noch der
Hilfe eines Psychologen oder eines Therapeuten bedarf. Dies kann mittels der
astrosophischen Bewußtwerdungsarbeit geschehen, denn diese hat nichts mit
Heilung und Therapie zu tun und auch nichts mit konkreter Lebenshilfe.
Eine solche innere Hinwendung dient all jenen, die an einem befreienden
Selbstgestaltungsprozess arbeiten, indem sie an sich wirken, um jene Aspekte in
ihrem Leben zu Tage zu fördern, die nicht der Realität ihres Lebensmusters entsprechen.
Sie führen die schönste und edelste Arbeit aus, die in alten
Mysterienschulen als "Arbeit am rauhen unbehauenen Stein der Persönlichkeit"
bezeichnet wurde. Hier setzt eine Arbeit ein, mit der der Mensch sukzessive
Bewußtheit und in Folge dessen Struktur und Ordnung in die unterschiedlichsten
Lebensbereiche bringt. Im Laufe der Zeit stellt er einen Einklang mit den Gesetzen
der eigenen inneren Realität her und benutzt die Erlebensbereiche des Außens
als Korrekturelement für die stetige Weggestaltung.
Dies ist eine Arbeit für all jene, die freiwillig auf ihrem Lebensweg bestrebt sind, in
Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten ihres eigenen Geburtsmusters zu gelangen.
Diese Arbeit hat in der Entwicklung der eigenen Potenziale einen sehr hohen
Stellenwert, denn der Mensch nimmt die Verwandlung und Verantwortung selbst
auf sich. Er arbeitet sozusagen im „Vorfeld“ an den sonst oft zwingend einbrechenden
Korrekturen des Schicksals, da er bestrebt ist sich mit Bewußtheit seinem Leben zu widmen.
Wann immer ein derartiges Bestreben vorliegt, gestalten
sich die Verläufe des Lebens ganz anders, weil der Mensch offen und kommunikationsbereit
für die transformierenden Wachstumsprozesse ist. Er überantwortet
dieses Geschehen nicht dem Schicksal, welches aufgrund des phlegmatischen
Verweilens in unveränderten Einstellungen oder Lebenssituationen, mit
Transformationsprozessen in Aktion treten muß, um den Menschen aus seiner
Statik zu befreien.
Durch die Bereitschaft, das Fehlende zu integrieren und die bindenden
Lebensituationen zu ergründen, entsteht eine Dynamik, die einem Segeln mit dem
Wind gleicht. Denn das Similiprinzip "greift" immer dann, wenn der Mensch
bewußt mit den Anteilen in Verbindung tritt, die ihm im Bewußtsein fehlen. Dies
geschieht dann nicht mehr ausgelöst durch eine Trägersubstanz, sondern aufgrund
einer Bestandsaufnahme aus dem Geburtshoroskop und den verschiedenen
Lebensmythen. Dadurch vermag man jene Anteile herauszufiltern, die dem
Nativen unbewußt sind, und kann diese in Lernanteile ummünzen. Man fördert
somit das in den Stoff des Lebens versunkene wieder zurück in das Bewußtsein.
Das Fehlende auf diesem Weg ins Bewußtsein zu heben, ist das Ziel der Arbeit
am eigenen Geburtsmuster.
In diesem Sinne kann die Auseinandersetzung mit den verborgenen Inhalten
eines Geburtsmusters, jene voran skizzierte Mittlungsfunktion übernehmen. Hier
gelangt man auf eine weitere Ebene, die den Gesetzmäßigkeiten der geistigen
Alchemie entspricht. Nun ist es nicht mehr eine materielle Trägersubstanz, die
eine Information transportiert, sondern das eigene Bewußtsein. Eine
Bestandsaufnahme der Inhalte aus dem Geburtsmuster führt dazu, daß man sensibel
für Gesetzmäßigkeiten des inneren Seelenprinzipes wird. Insbesondere
wenn man mit der Kenntnis der unbewußten Inhalte in das "alte Leben" zurückkehrt,
um dort im Erleben eine stetige Bestandsaufnahme und Korrektur der
Selbstbilder vorzunehmen. Auf diese Weise wird das Leben über die innere
Selbstbegegnung hinaus zu einer Instanz, die wie ein steter Tropfen, der den
Stein höhlt, Stück für Stück jene Anteile deutlich werden läßt, die dem Menschen
im Bewußtsein fehlen. So wandelt sich das gesprochene Wort, das geschaute Bild
im Spiegel der Selbstbetrachtung und die damit verbundene authentische
Empfindung in Verbindung mit dem eigenen Lebensmythos zur Erkenntnis, die
unauslöschlich zum Bestandteil des Bewußtseins wird.
Die in den Stoff gefallene Idee steigt als Similimum in die bewußte Wahrnehmung
hinein.
Herzlichst
Randolf M. Schäfer
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