Randolf Schaefer

Forum für hermetische Kunst und Kultur
& Astrosophische Praxis



Mutation zum integralen Bewusstsein

Liebe Leserinnen, liebe Leser !

Seit einiger Zeit kursieren allerlei Untergangsvisionen durch den esoterischen Zeitschriften Markt. Auch greifen einige Autoren in ihren Büchern, angeheizt durch die aktuelle Wirtschaftskrise, dieses Thema immer wieder gerne auf. Bei vielen Menschen verursacht dieser „Psycho-Cocktail“ eine gewisse Endzeitstimmung.
Es ist nicht gut, solchen Visionen gedanklich viel Raum zu geben, denn wir haben mit Anfang diesen Jahres einen neuen Zeitraum betreten in dem es darum geht zu erkennen, dass der Mensch mittels seiner Gedanken und seiner Gefühle seine eigene Realität erschafft. Ich halte alle düsteren Propheten die den Menschen ihren Untergang prophezeiten und aktuell noch am prophezeien sind, für Ausgeburten der dunklen Wesenskräfte der Kollektivseele, da sie im Menschen Angst und Beeinträchtigung hervorrufen. Damit wird das Wachstum im kollektiven Bewusstsein verhindert. Das Ergebnis ist also eine Verengung. Die aufbauenden Kräfte des Universums jedoch, sind stets auf Wachstum und Erweiterung ausgerichtet - es sind dynamische Kräfte.

Wenn Sie sich auf Ihrem geistigen Weg also mit Inhalten beschäftigen, dann wäre es gut sich zu allererst zu fragen, was für einen Widerhall diese Themen in Ihnen erzeugen. Wenn dieser in der Folge zu Angst und Verharren führt oder zu verkrampften Handlungen dann wäre es gut für sich zu entscheiden, ob Sie dieser Dynamik Raum geben möchten.

Es liegt in der Natur der Sache wenn sich ein Mensch oder ein Kollektiv von Menschen aufmacht Anteile des inneren Selbst hervorzubringen, dass die Energien des äußeren Selbstes dazwischen funken. Dies ist eine einfache Gesetzmäßigkeit die auf der Mehrdimensionalität des Wesens beruht.
Auf der einen Seite arbeitet man daran den inneren Teil des Wesens hervorzubringen, eine neue Weltsicht, ein erweitertes Bewusstsein zu erlangen, was dann aber zwingend dazu führt, dass der äußere Anteil der Persönlichkeit diese Bemühungen stört. Man nennt dies auf dem Weg die Gegeninitiation. Schauen Sie einmal wie viele Menschen sich verstärkt seit den 80ziger Jahren darum bemühen, sich zu veredeln, ein neues Bewusstsein hervor zu bringen. Dieser Prozess würde absolut hyper-dynamisch folgen, gäbe es da keine Hindernisse, die stets aus den abgespaltenen Anteilen der inneren Trägheitskräfte erwachsen, die man gerade überwunden hat. Das ist ein ganz natürlicher Prozess.
Jene abgespaltenen, ausgeatmeten alten Trägheitskräfte die in jedem Menschen also auch im Kollektiv enthalten sind, entfachen nun eine Dynamik die in der äußeren Welt Begebenheiten, Instanzen, Menschen anzieht die durch diese abgespaltenen Trägheits-Anteile aktiviert werden und den dynamischen Prozess bremsen.

Was glauben Sie was es sein kann, dass den dynamischen Prozess der Veränderung am schnellsten bremst? - A N G S T ! - Genau! - Angst (lat. angustus = Enge) ist der Verengungsfaktor Nr. 1.
So finden sich eine Fülle von Menschen die noch am Anfang ihres Veränderungsprozesses stehen, die nun dieses verengende Prinzip aktiv nähren. Angefangen von den Impulsgebern, die mit Ihren Untergangsvisionen nur ihre eigene Lebenskapitulation ausatmen und gleichzeitig, diejenigen die das gierige Flämmchen der Stagnation im Menschen eifrig mit neuem Treibstoff versorgen. Was zur Folge hat, dass die äußere Dynamik sich verlangsamt.
Also lassen Sie sich nicht beeinträchtigen, folgen Sie still und getreulich Ihrem Weg und tragen Sie durch Ihre Bemühungen dazu bei, dass auch andere Menschen zu neuen Inhalten finden, dann initiieren Sie einen aufbauenden Prozess.
Denken Sie aufbauend über jeglichen Veränderungsprozess, denn Stagnation und Verharren kommt einer unlebendigen Starre gleich.

Nebenbei sei noch bemerkt, da es mir ja vergönnt war mich seit meiner Kindheit mit den Themen des geistigen Weges zu beschäftigen, sind mir in diesen vielen Jahren sehr viele hysterische Prognose-Wellen entgegengeschwappt. Eigentlich hätte die Welt zwischenzeitlich schon mehrfach untergehen sollen. Völlig unreflektiert wurden immer neue Daten und Termine proklamiert: Das Jahr 1985, 1991, die Sonnenfinsternis, der Halleysche Komet, das Millennium. Immer wieder finden sich neue Anlässe den Prozess zu stoppen.
Neuerlich ist es nun der Maya-Kalender der an einem bestimmten Punkt endet und uns damit suggerieren soll, dass die Zeitrechnung nur bis zu diesem Punkt fortschreitet. Die Maya-Kultur ist zwischenzeitlich längst ausgestorben - die Welt besteht aber weiterhin noch.
Es nicht die Menschheit die dem Untergang geweiht ist, sondern eine alte Bewusstseinshaltung. Ihr gegenüber entstehen neue Wahrnehmungsfenster eines gänzlich veränderten Bewusstseins, das man als integrales Bewusstsein bezeichnen kann.

In meiner Zeit als Herausgeber der Zeitschrift “Einblick” habe ich mich öfters in meinen Artikeln über die “Untergangssüchtigen” lustig gemacht, was man mir immer ein bisschen angekreidet hat, da ich nicht bereit war auf den allgemein bestehenden Tenor einzusteigen.
Aber schauen Sie zurück, wenn Sie schon einige Zeit auf dem Weg sind, dann werden Sie das Raster erkennen und selber in sich hineinschmunzeln. Das ist fast wie eine Schallplatte die einen Sprung hat, immer das Gleiche.
Nehmen Sie also diese Dinge nicht allzu ernst, das ist eine Pulsationsbewegung eines Veränderungsprozesses die sich zwischen Erweiterung und Einengung vollzieht. Genau wie die peristaltische Bewegung des Darmes, die ja etwas in Bewegung bringt. So sind die Untergangsvisionen auch nur die peristaltischen Bewegungen im Kollektivbewusstsein, am Ende kommt dann Transformation dabei heraus.

Sicher befinden wir uns in einem Veränderungsprozess - das wäre ja traurig wenn es nicht so wäre. Wie heißt es noch so schön: “Es gibt nichts Beständigeres als den Wandel.” Wandel ist Leben. Was da gerade geschieht ist die Entwicklung eines integralen Bewusstseins. Eine Veränderung zu mehr Miteinander und zu einem erweiterten Bewusstsein im Menschen.

Es ist natürlich immer schwierig, Veränderungsprozesse anzunehmen, da sie stets mit einer Art Geburtsschmerz verbunden sind. Und oft genug erlebt man die traurige Tatsache, dass Verhaltensformen, welche die Menschheit als gängige Lebensdynamik und Wertesystem hochgehalten haben ihren Niedergang erleben.
Natürlich gehört die gegenwärtige wirtschaftliche Krise mit zum Veränderungs­prozess. Es würde im Bewusstsein vieler Menschen nichts geschehen, wenn es keinen Anlass dazu gäbe. Am Strand froh und glücklich Strand zu liegen, lässt nicht unbedingt ein Bedürfnis aufkeimen sich und das Leben zu verändern - man möchte, dass es einfach so weiter geht. Kein Mensch geht zum Arzt oder zum Therapeuten und bittet ihn: “Können sie mir helfen, es geht mir so gut.”
Und so ist die jetzige Zeit eine Phase, die das Strandleben etwas ungemütlicher werden lässt, weil schwere Bauaktivitäten im Gange sind.
Dies wird zur Folge haben, dass sich viele Menschen auf machen werden um nach anderen Inhalten zu forschen, aus denen sie einen neuen Glückszugang gewinnen können, jenseits von Äußerlichkeiten.

So wie man die Generationsthemen im einzelnen aufgliedern kann, so lassen sich auch die Bewusstseinsstrukturen innerhalb der Menschheitsgeschichte gliedern. Der Schweizer Gelehrte Jean Gebser strukturierte deren Epochen wie folgt: archaisch - magisch - mythisch - mental. Dabei lässt er die jeweils folgende Epoche aus der vorausgehenden "mutieren". Eine Mutation ist gewissermaßen ein Geburtsakt von einschneidender Bedeutung und nicht als ein allmählicher Übergang im Sinne einer Entwicklung zu sehen. Die für uns geschichtlich noch greifbaren Epochen lassen sich von der mythischen bis zur magischen zurückverfolgen, während wir in der Gegenwart am Ende der mentalen Struktur bzw. am Anfang einer neuen, von Gebser als integral bezeichneten Epoche stehen.

Jede Zeit besitzt ihre effiziente, d.h. gesunde Entwicklungskeime tragende Formung, um schließlich in ihre defiziente, die Verfallserscheinungen sichtbar machende Form überzugehen. Erst die Defizienz bildet den Nährboden für eine neue Mutation; die Verfallserscheinungen sind notwendig, um Neues entstehen zu lassen - so wie wir dies gerade erleben.
Die Defizienz der heutigen mentalen Epoche zeigt sich in der Überbetonung des Rationalen. Der Mensch ist in unserer hochwissenschaftlich geprägten Epoche mit seinem intellektuellen Spaltungswerk an die Grenzen gekommen. Je größer die Spaltung, desto weiter ist die Entfernung von der Einheit. Spaltungswerk ist also diabolische Formverhaftung und je tiefer und systematischer der Mensch Spaltung betreibt, desto größer wird seine Verhaftung.
Im Moment - und deswegen stehen wir am Endpunkt der Epoche - verliert der Mensch seinen Maßstab. Das wird beispielsweise an seinem Unvermögen deutlich, in letzter Konsequenz Herr der entfesselten Kräfte bei der Atomspaltung zu werden. Damit strebt eine Entwicklung, die zur totalen Aufspaltung und damit zur Atomisierung der Welt führen muss, ihrem Endpunkt zu.

Hier setzt nun der Geburtsakt der Mutation zur integralen Epoche ein. Dieser bildet eine so grundsätzliche Veränderung und erschüttert den Menschen im Bewusstsein so sehr, dass er alle Konzentration auf den neuen Zustand richtet. Da die Aufmerksamkeit zuvor der Außenwelt galt, wird diese Veränderung zwangsläufig im Innenraum des Menschen, nämlich im Bewusstsein stattfinden. Das kann beispielsweise durch eine Erschütterung seines Weltbildes bewirkt werden, indem unvorhergesehene, unbekannte, neue Dinge in sein Leben treten.

Um das Verständnis für die Mutation zu einem neuen Bewusstsein zu erlangen, muss man zu allererst den Begriff integral, klären. Dieser soll in erster Linie im Verbund mit dem Mensch interessieren, den man in Hinblick auf die integrale Struktur der neuen Zeit als integralen Menschen bezeichnen kann.

Integral ein ursprünglich lateinisches Wort, bedeutet: ein Ganzes ausmachend (lat. integritas od. integer = Unversehrtheit oder Vollständigkeit); bezogen auf das Bewusstsein bedeutet dies allumfassend zu sein, so dass nicht mehr eine Zusammensetzung zum Ganzen stattfindet, was einem Stückwerk gleich käme, sondern das Ganze in seiner Raum- und Zeitfreiheit, in seiner Durchsichtigkeit wahrzunehmen. Der integrale Mensch erhält damit eine andere Dimensions- und Weltenwahrnehmung, die nicht mehr den dreidimensionalen perspektivischen Grenzen unterworfen ist, wie wir sie im Moment noch in unserer Weltsicht aufnehmen können, sondern vierdimensional und aperspektivisch.

Man wird an der Struktur der auslaufenden mentalen Epoche hin zur integralen Epoche eine Bewusstseinsveränderung feststellen. Die mentale Epoche war und ist durch Wachheit gekennzeichnet, der integralen wird die Durchsichtigkeit oder Transparenz als die Erscheinungsform des Geistigen zukommen. Anders gesagt der Mensch wird vollkommen neue Wahrnehmungen haben.
Dies darf nicht so verstanden werden, dass in den verschiedenen Wechselphasen der Abschnitte nur immer ausschließlich ein Bewusstseinsgrad erhalten bleibt oder ein neuer entsteht. Durch eine Mutation der Epoche tritt wohl eine neue Bewusstseins­struktur auf, die alte aber bleibt dem Menschen erhalten.

Das heißt der Mensch ist in der Lage, den Bewusstseinsgrad den er in früheren Epochen besessen hatte, in sich wieder zu erwecken. Dies zeigt sich beispielsweise in Bestrebungen, Fähigkeiten zu beleben, die der Mensch im magischen oder mythischen Zeitabschnitt besessen hatte. Ähnlich ist die Absicht von Adepten die sich einem Bewusstwerdungsweg verschrieben haben. Mit den ausgeübten Entwicklungs-Praktiken, (auswickeln = entwickeln) wie Konzentrations-, Meditations-, Atem- oder Intonationsübungen, wollen die Praktizierenden sich keine neuen Fähigkeiten und Wahrnehmungen aneignen, wie fälschlicherweise oft angenommen, sondern die Barrieren auflösen die sie in ihrem jeweiligen aktuellen Bewusstsein von den alten bekannten Ebenen trennten.

Der integrale Mensch wird gleichermaßen in der Lage sein, einmal die Vielschichtigkeit aller vorausgegangenen Epochen in sich zu vereinigen und dadurch der Ganzheit und der Fülle des Bewusstseins in einer ungebrochenen Form gewahr zu werden, indem sich Ursprung und Gegenwart zusammenschließen. Der integrale Mensch wird eine Art von Hellsinnigkeit oder auch Hellsichtigkeit entwickeln, die ihn die Welt in einer anderen Wahrnehmung aufnehmen lässt. Das bisherige Raum-Zeit-Denken wird nicht mehr in dieser Form aufrecht zu erhalten sein. Die Vierdimensionalität unter der wir uns, da wir keine vergleichenden Wahrnehmungen besitzen, noch nicht viel vorstellen können, wird vermehrt an uns herantreten, so dass der Mensch als integrales Wesen, sie an oder in sich erleben wird.

Schon heute zeichnen sich erste Vorboten ab indem es einer größeren Anzahl von Menschen gegeben ist, sich von Raum- und Zeitbezogenheit zu lösen und Bewusstseinszustände zu erleben, die eine Transparenz der Wahrnehmungsebenen erkennen lässt.
Besonders bei den Generationen ab Jahrgang 1965-1969 verquicken sich Traum und Wirklichkeit stärker als zuvor. (Die erleben gerade in dieser Krise ihren inneren Aufbruch zu einem neuen Bewusstsein) Das Traumleben der Nativen erhält eine solche Intensität, dass es ihnen oft nicht mehr möglich ist zu unterscheiden, ob sie bestimmte Gegebenheiten geträumt oder tatsächlich erlebt haben. Auch nehmen sie teilweise in ihrem konkreten Leben Wesenheiten wahr, die andere nicht sehen können. Diese geschauten Wesenheiten können in ihrer Wohnung sitzen, oder sie spüren und sehen sie in Räumen anderer Menschen.
In vielen Fällen ist es den Betroffenen peinlich, sich über Wahrnehmungen dieser Art mit anderen auszutauschen. Doch gerade dieser Austausch ist für die Nativen besonders wichtig, denn nur er ermöglicht es ihnen, jener lauernden Latenz, der Ächtung der Mitmenschen aufgrund ihrer scheinbaren Anormalität, zu entgehen.
Mit jeder konkreten Verbalisierung vertrauten Menschen gegenüber, die möglicher­weise eine ähnliche Sensibilität besitzen und denen sie sich öffnen können, werden sie feststellen, dass sie mit ihren Wahrnehmungen nicht alleine stehen. Auf diesem Weg wächst die innere Sicherheit, das Gefühl, dass sie mit ihren sensibleren Antennen nicht alleine sind.

Eine extremere Variante gewandelter Persönlichkeitswahrnehmung bildet auch beispielsweise die in vermehrtem Maße diagnostizierte psychische Störung der Multiplen Persönlichkeit, kurz MPD. In diesem Krankheitsbild zeigt sich ganz deutlich wie es möglich sein kann, dass ein Mensch eine Vielzahl Parallelpersönlichkeiten in sich trägt.
Die Betroffenen nehmen in sich ganz eigenständig lebende Persönlichkeiten wahr, die in Teilbereichen ihres Lebens aktiv werden. Die Persönlichkeit, die sich normalerweise als Einzelwesen wahrnimmt, spaltet sich in Wesenheiten, die sich konkret in ihnen melden. Sie führen mit der Ursprungsperson echte Dialoge, besitzen Namen und verfügen über Eigenschaften und Qualitäten, wie man sie sonst in sich alleine wahrnehmen kann. Eine Person wird aktiv, wenn die Nativen arbeiten, eine andere im Familienleben und wiederum eine andere beispielsweise in der Sexualität. Man hat bei einer Trägerperson bis zu 24 Teilpersonen diagnostizieren können, die sich der Trägerperson unterordnen.
Es kommt auch vor, dass eine der inneren Personen die Leitung der anderen Persönlichkeiten übernimmt. Sie sind so konkret, dass auch die korporale Struktur des Menschen auf den jeweils aktiv gewordenen Teil reagiert und sich verändert. Beispielsweise tauchen ganz spezifische körperliche Symptome nur dann im Menschen auf, wenn bestimmte innere Personen aktiv sind.

Dr. Frances Howland beschreibt, dass einer seiner Patienten von einer Biene ans Auge gestochen wurde, was zu einer bedrohlichen Schwellung des Auges führte. Er verwies in einer Noteinlieferung seinen Patienten an einen Augenarzt. Dieser meldete sich empört bei ihm per Telefon, da er beim Patienten keinerlei Symptom wahrnehmen konnte. Im Patienten hatte sich aufgrund der Ausnahmesituation, entstanden durch die Noteinweisung, zwischenzeitlich eine andere innere Person aktiviert, womit alle Symptome und äußeren Merkmale komplett verschwunden waren. Der Patient wurde ein zweites Mal zum Arzt überwiesen, diesmal mit der bewussten Anbindung an seine eigene Grundpersönlichkeit, welche die vorhandene Verletzung weiterhin aufwies. Der behandelnde Notarzt war vollkommen überrascht, den tatsächlich nun doch versehrten Patienten ein zweites Mal in seiner Praxis zu untersuchen.
Der Notarzt folgerte allerdings daraus, Dr. Howland habe das Symptom vorhergesagt, wofür er Howland seine Bewunderung ausdrückte.

Was uns derzeit als merkwürdig und anormal erscheint, sind die ersten Anzeichen für eine sich wandelnde Bewusstseinsstruktur. Viele Menschen spüren plötzlich paradoxe Züge in sich. Sie erkennen, dass sie sich mit ihren bisherigen Lebensinhalten in eine Scheinlebendigkeit hinein verrannt haben. Der vorher aktiv im Geschäftsleben stehende Mensch entdeckt plötzlich Anteile in sich, die einen Hang zur Natur, zur Philosophie haben und wundert sich darüber. Erkennt, wie sehr er sich auf seine vorherige Lebensdefinition versteift hatte und sich viele Jahre nicht lebendig fühlte. Natürlich kommt es dabei zu nicht einsortierbaren Phänomenen. Bisher gibt es noch keinerlei Erfahrungswerte, so dass die Menschen betroffen reagieren. Man denke an die Schlussfolgerung des Augenarztes, die für einen Mediziner ja schon überwältigend war, weil es keine vergleichbare Erklärung für ihn gab.

Zu den veränderten Wahrnehmungs- und Persönlichkeitsstrukturen gehört auch die vermehrte Sichtung und der häufigere Kontakt von Menschen zu außerirdischen Intelligenzen. In letzter Zeit werden überraschende Erfahrungen von immer mehr Menschen bestätigt, auch von solchen, die sich zuvor mit einer solchen Thematik nicht beschäftigt hatten, weil sie das Thema unseriös fanden.
Seitens unseres wissenschaftlichen Weltbildes wird die Möglichkeit von Kontakten aus anderen Sphären negiert. Man argumentiert, dass die Distanzen zu anderen Gestirnen zu weit und damit unüberbrückbar seien. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit könne man sie erst nach vielen Jahren oder Jahrzehnten überwinden.

An solchen Stellen wird der Konflikt sichtbar, der entsteht, wenn man sich aus Sicht der dreidimensionalen Welt solchen Themen annähert. Hier öffnen sich andere Dimensionen, die sich mit der konkreten Welt verquicken. Wir in unserem Weltenbe-wusstsein nehmen an, dass sich außerirdische Intelligenzen auf den Weg machen, um uns zu besuchen, so wie wir den Zug oder das Auto besteigen, um unseren Verwandten einen Besuch abzustatten. Aber solche Kontakte können nicht nach unseren Gesetzen funktionieren, sie sind an die Mutation zur integralen Ebene gebunden. Die Erfahrung, die der Mensch zuvor machen muss, ist die Auflösung der begrenzten, an Raum und Zeit gebundenen Wahrnehmung.

So, wie in den zuvor beschriebenen Symptomen andere Wesenheiten im Menschen aktiv werden, so werden auch im Außen andere Wesen aktiv. Das eine oder das andere Mal bleiben sogar konkrete Überreste zurück, die dann in unserer materiellen Ebene bestaunt und nach unseren Gesetzmäßigkeiten bewertet und untersucht werden. Die Tore zu anderen Dimensionen öffnen sich langsam, so dass wir allmählich lernen, Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig wahrzunehmen.
Es kommt uns also niemand besuchen, weil der Verbund sowieso immer schon parallel dazu bestand. Er wurde bisher nur nicht wahrgenommen, weil dem Menschen die entsprechenden Resonanzen zu einem Kontakt mit einer erweiterten Dimensionalität fehlten. Solange der Mensch nicht bereit ist, eine andere Haltung einzunehmen, wird er stets mit seiner eigenen Begrenzung in Konflikt geraten. Kontakte in diesem Bereich wurden zwar konkret von den Menschen erfahren, waren aber sowohl innere als auch äußere Erfahrungen, die vielen wie Träume vorkamen.

Aus der eigenen Praxiserfahrung zeigt sich, dass ganze Gruppen von Menschen gleichzeitig Träume mit ähnlichen Inhalten gehabt haben. In diesen wurden sie mit anderen Sinnesorganen ausgestattet. In ihren Träumen erlebten sie mit ihnen nahe stehenden Personen eine Art kollektive Vorbereitung oder Auswahl für bestimmte Erfahrungen. Berichteten sie diesen Menschen von ihren nächtlichen Exkursionen, so stellten sie zu ihrem Erstaunen fest, dass sie vergleichbare Erfahrungen gemacht hatten. Phänomene in dieser Art sind für uns neu, doch sollten sie uns nicht beängstigen.
Etwas nicht Gekanntes möchte auf diesem Weg in unsere kollektive Wahrnehmung hineintreten. Ist der heutige Mensch noch weitgehend von einem dreidimensionalen Raum umfangen, den er in den Ablauf der Zeit bettet, so sprengt der integrale Mensch das Raumgefüge, um eine neue Sicht in der Vierdimensionalität zu gewinnen. Er überwindet die Zeit als messenden, aber auch einengenden Faktor und schafft in der Zeitfreiheit die Voraussetzung für Unbeschränktheit und Souveränität. Nicht mehr das polare System mit seinen Gegensätzlichkeiten bestimmt die Handlungsweise des integralen Menschen, sondern die Wahrung und Verinnerlichung des Allgegenwärtigen. Die Einpunktbezogenheit der derzeitigen perspektivischen Sichtung wird in der Vielfalt der Bezugsmöglichkeiten zur Aperspektive hin verlagert - aus der Sicht wird Einsicht.

Um mit den inneren Veränderungen zurechtzukommen, ist es von großer Bedeut­sam­keit, dass wir uns mit dieser neuen Form der Wahrnehmung vertraut machen. Beispielsweise sollten wir lernen, aus unseren Raum-Zeit-Fixierungen auszusteigen. Um unsere Lebensverläufe mit größerem Verständnis überblicken zu können, müssen wir uns jene Schicht des Bewusstseins öffnen, in der wir uns in einem großen Ganzen wiederentdecken.

Die unter der Bezeichnung Reinkarnationstherapie bekannte Bewusstwerdungsarbeit schafft eine solche Möglichkeit, sich in einem größeren Zusammenhang verstehen zu lernen. Hier geht es nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen, um das Interesse an früheren Leben, um diese eventuell auch noch in einen kausalen Bezug zum heutigen Leben zu setzen. Es geht um die Erweiterung der Wahrnehmung.
In einer seriösen Reinkarnationstherapie lernt der Mensch, sich in vielen Identifika­tionen wahrzunehmen. Er löst Raum und Zeit auf, verquickt Vergangenheit, Gegen­wart, Zukunft, erfährt, dass er sowohl gut als auch böse ist, betrachtet sich als Opfer und gleichzeitig als Täter und findet doch nur immer sich selbst, in all seinen Facetten und Eigenarten. Die Erfahrungen, die er dabei macht, sind teilweise so konkret und empfindbar wie in seinem scheinbar realen Leben. Schmerz und Leid, Freude und Lust werden innerlich in dem gleichen Maße erfahren wie auch sonst.

Dies zeigt, dass sich der Mensch auf vorhandene innere Ebenen einstellen kann, um sie als Realität wahrzunehmen. Damit wird er heiler und vollkommener, da er lernt sich in einem größeren Spektrum zu akzeptieren. Er erweitert seine Dimensionalität und erwirbt damit als integraler Mensch die Bereitschaft, Teilaspekte seines Selbst anzuerkennen und zu integrieren, die er sonst nur abgespalten von sich im Kollektiv der Welt erkennen konnte.
Mit dieser Identifikationsarbeit lernt der noch im mentalen Zeitalter gefangene Mensch seine Begrenzungen zu durchbrechen. Er schafft sich damit eine Möglichkeit, jenes Tor zur vierten Dimension aufzustoßen und lässt sich voll auf den Geburts­prozess des integralen Bewusstseins ein.

Die in der mentalen Bewusstseinsebene gefangenen Menschen werden allerdings alles, was sie nicht mit ihrem Verstand begreifen und einordnen können, als leere Phantasieprodukte ansehen. Es ist außerordentlich schwer, in einer Zeit wie der unseren den neuen Erscheinungen und sogar dem, was sich noch verändern wird, unbefangen und mit nüchterner Klarheit entgegenzutreten.
Vieles ist dem heutigen Menschen zu unbequem, und allem Unbequemen sucht er aus dem Weg zu gehen. Vorurteile, Dogmen die aus Ängsten genährt werden versperren den Blick in Verbindungen, die nicht allzu schwer festzustellen wären. Wer sich in einem größeren Zusammenhang in den kollektiven Lebensmythen und Lebensbildern wieder erkennen möchte, sollte sich dieser Herausforderung zur Bewusstwerdung stellen.
Der integrale Mensch fragt nicht nach Bequemlichkeit und bleibt auch nicht in gefühlshaften Vorstellungen stecken; er tut, was ihm seine Einsicht zu tun befiehlt, und diese Einsicht ist gleichzeitig auch Durchsicht zu den Hinter- und Untergründen seiner eigenen Realität.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen optimistische Kraft und viel Mut und Freude an neuen erweiternden Experimenten und Erfahrungen.

Herzlichst Ihr

Randolf M. Schäfer


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