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Forum für hermetische Kunst und Kultur & Astrosophische Praxis
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Unser Leben als Stufenleiter zu neuen Entfaltungsebenen
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
blicken wir auf unser Leben und die Zeitstrecke, die wir hinter uns gelassen haben, können wir erkennen, dass in bestimmten Zeiträumen ganz spezifische Themeninhalte unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Fast scheint es, als gäbe es direkte Themen- und Szenenwechsel, die ähnlich wie in einer Schule, in der sich der Lehrplan ändert, auch uns in ihrer Themenvielfalt ansprechen.
Trotzdem streben viele Menschen danach, ihrem Leben eine Kontinuität zu geben, um von Anbeginn an bis zum Ableben eine gerade Strecke zu zeichnen. Zwischenzeitliche, vom Schicksal initiierte Unterbrechungen lassen selten die Erkenntnis reifen, dass es um Veränderung gehen könnte. Denn Umbrüche, die nicht dem eigenen Willen entspringen, verbindet man nicht mit der Notwendigkeit zum Wandel, die der Lehrmeister Zeit auf seine Weise an uns heranträgt.
Das Denken in geraden Bahnen wird schon sehr früh in das Bewusstsein der Menschen eingepflanzt. Meist resultiert dies aus der Wahl eines Berufes und den damit verbundenen notwendigen Entscheidungen, beispielsweise welchen Lern- und Ausbildungsweg man geht. Der Mensch bereitet sich auf einen Beruf vor und beginnt sich exzessiv mit ihm zu identifizieren. Alle nun folgenden Positionen müssen schön in die „Vita“ passen, um zu dokumentieren, dass alles brav aufeinander aufgebaut wurde und man bereit war, die Wege der Welt zu akzeptieren.
Erst in den zurückliegenden Jahren hat sich dieses Bewusstsein etwas geändert.. Heute ist man eher bereit, in den variierenden beruflichen Ausrichtungen eines Menschen (Patchwork) keinen Mangel mehr zu sehen, sondern wertet dies, im Gegensatz zu früher, als einen Ausdruck von kreativer Flexibilität und Vielseitigkeit. Natürlich sagt ein Beruf nicht viel über einen Menschen aus, denn der Mensch ist in erster Linie Mensch und nicht das, was er zu seinem Beruf gemacht hat. Viele Menschen identifizieren sich so stark mit ihrem Beruf, dass sie ganz selbstverständlich zu Eigendefinitionen greifen wie „Ich bin Anwalt, oder „Ich bin Journalist“. Dies ist ein fataler Trugschluss, denn der Beruf stellt lediglich eine Tätigkeit dar, mit der man sich zu verwirklichen vermag und mit der man den Lebensunterhalt verdient. Fällt der Beruf einmal weg – was geschieht denn dann mit dem Menschen?
Hat man bis dahin nicht entdeckt, dass es neben dem Beruf auch einen Menschen mit seinen inneren Themen gibt und hat man bis dahin versäumt, den eigentlichen Wert aus seinem Wesen zu definieren, wird es traurig. Neben der beruflichen Verwirklichung streben viele Menschen die entsprechende Geradlinigkeit auch in ihren privaten Lebensstrukturen an. Sie heiraten, gründen eine Familie und finden es dann erstrebenswert, dass alle an einem Strang ziehen und niemand aus dem Verband ausschert. Die Liste lässt sich beliebig erweitern, und es ist jedem frei überlassen, hier die Lieblingserfordernisse einzufügen.
Löst man sich einmal aus dem Bewusstsein von Durchgängigkeit und betrachtet das eigene Leben in einem Grobraster, so wird man feststellen, dass zu bestimmten Zeiten stets neue Themeninhalte auftauchten, die die vorangegangenen ablösten. Hatte man bespielsweise einige Jahre damit zu tun, die eigene Weltanschauung zu definieren, sich beruflich noch einmal umzuorientieren, nimmt plötzlich das Thema der Partnerschaft, ausgelöst durch einen Konflikt, einen größeren Raum ein. Sicher spielten auch vorher Beziehungen schon eine Rolle, doch erforderten sie bis dahin keine besondere Zuwendung. Man erlebt plötzlich Auseinandersetzungen in seiner Partnerschaft und stellt fest, dass man das Miteinander neu definieren oder sich gar trennen möchte.
Oder man muss sich plötzlich Hilfe leistend um die Belange anderer Menschen kümmern, womit das Thema der Verantwortung an einen herangetragen wird. Da man diese Inhalte quasi vom Leben „rezeptpflichtig“ verschrieben bekam, misst man ihnen keine besondere Aufmerksamkeit zu. Man ist zwar bestrebt, auftauchende Themen aus dem Wege zu schaffen, um wieder die bekannte Ordnung herzustellen, aber man versteht die dahinterliegenden Botschaften nicht. Auch wenn man es nicht so bewusst wahrnimmt, erlebt man mit den wechselnden Formen und Eindrücken Lerninhalte, die eine große Bedeutsamkeit besitzen. Schaut man sich die Zeitabschnitte der Ereignisse einmal genauer an, dann wird man erkennen, dass das Leben aus vielen Sequenzen besteht, die immer wieder neue Themeninhalte hervorbringen, um den Menschen in zyklischen Phasen auf einen intensiven Lernweg einzuschleusen. Diesen vermag man auch sehr genau nach seinen Inhalten zu skizzieren – einerseits in einem Grobraster, welches die Überschrift des Lernthemas beschreibt, und andererseits in eine individuelle Thematik, die genau als spezifischer Lerninhalt in dem damit verbundenen Zeitabschnitt definiert werden kann.
Anregung für eine Betrachtungsübung:
Wenn Sie dazu eine Bewusstwerdungsarbeit ausführen möchten, dann nehmen Sie sich einmal Zeit, um Ihr Leben nach wechselnden Themeninhalten in den entsprechenden Phasen zu untersuchen. Notieren Sie sich zu den entsprechenden Lebensverläufen die sich einstellenden Veränderungen. Seien Sie sich dabei ganz bewusst, dass die zurückliegenden Situationen Teile Ihres eigenen Inneren sind, die Sie in den entsprechenden Zeiträumen durchwandert haben. Wenn Sie möglicherweise an alten Situationen festhalten, ihnen nachtrauern, dann führen Sie dazu Meditationen aus, in denen Sie sich in Form von Traumreisen von den alten Phasen verabschieden und diese im Nachhinein abschließen. Nehmen Sie neue vor Ihnen liegende Inhalte ganz bewusst auf. Sie werden sehen, dass alleine durch die Annahme von neuen Bedingungen, gegen die Sie vielleicht im Stillen rebelliert haben, die Lebensverläufe wieder in einen Fluss geraten. Indem Sie den Widerstand aufgeben, lösen Sie die innere Blockade. Wenn Sie die Erfordernisse annehmen, erreichen Sie im Jetzt eine besondere Intensivierung.
Lässt man auf diese Weise einmal sein Leben Revue passieren, wird man die Verläufe erkennen können, von denen es geprägt ist. Diese Abschnitte besitzen eine Eingangsphase, eine Hochphase des Erlebens, eine Wandlungsphase und eine Ausklangsphase, die einer abschließenden Bestandsaufnahme gleicht und die gleichzeitig schon die Grundlage für den nächsten Zyklus bildet. Untersucht man in den zeitlichen Abschnitten dergestalt das Leben, vermag man deutlich eine zyklische Struktur zu erkennen, und der Glaube an die Durchgängigkeit von Themen weicht der Erkenntnis eines zyklischen Stufenweges, der sich wie eine Wendeltreppe immer höher in die Bewußtwerdung schraubt.
Ein zyklisches Geschehen beinhaltet, da es sich dabei um eine kosmische Gesetzmäßigkeit handelt, stets die höchste Lebendigkeit. Es gibt eine Fülle von zyklischen Verläufen, die eine ähnliche Struktur aufweisen. Beispielsweise enthält der Jahreslauf in der Natur mit den vier Stationen Frühling, Sommer Herbst und Winter, ein zyklisches Raster. Es stellt die Grundvoraussetzung für das äußere Wachsen und Gedeihen der Natur dar.
Daraus kann man im Rückschluss folgern, dass ein Mensch, der bewusst in seinem Leben zyklischen Verläufen einen Platz einräumt, ein vergleichbares Wachstum erfährt, wie es sich in der äußeren Natur jedes Jahr erneut offenbart. Natürlich finden wir weitaus mehr Zyklen, die das gleiche Raster aufweisen. Beispielsweise die Lebensphasen des Menschen, die vom großen Zyklus des sich wandelnden Lebens künden. Der menschliche Zyklus besteht aus Kindheit, Jugend, Erwachsenenstatus und Alter. Auf der biologischen Ebene werden durch den Stoffwechsel sämtliche Baustoffe in den Zellen des Körpers alle sieben Jahre erneuert. Sämtliche Funktionen des Körpers sind rhythmischer Natur, wie beispielsweise die Temperatur, der Herzschlag, die Sehschärfe, die männliche Spermienproduktion, die Kraft oder das Schlafbedürfnis schwanken auf immer gleiche Weise im Laufe eines Tages. Darüber hinaus orientieren sich die Rhythmen des menschlichen Körpers am Lauf der Sonne, der gleichfalls zyklische Stationen von Morgen, Mittag, Nachmittag und Nacht aufweist. Im zyklischen Verlauf des Mondes ist ein vergleichbares Raster enthalten, nämlich zunehmender Mond, Vollmond, abnehmender Mond und Neumond, oder auch im weiblichen Zyklus, der die gleiche Dauer aufweist wie der Mondenzyklus.
Die Weisheit des Stufenweges
In den alten Mysterientraditionen spielten auf dem geistigen Entwicklungsweg Initiationen (lat. initium = einen Anfang machen) eine wichtige Rolle. Initiationen lassen im Menschen ein anderes Bewusstsein entstehen. Erfährt der Mensch in bestimmten Zeiträumen seines Lebens eine Initiation, lassen diese einen neuen geistigen Resonanzboden in ihm entstehen, auf dem die Fähigkeit erwächst, sich neue Erkenntnis- und Erfahrungsräume zu erschließen. Verborgene geistige Türen werden geöffnet, neue Räume betreten, und mit dem Betreten neuer Räume werden alte verlassen und zurückliegende Phasen abgeschlossen. Auf diese Weise erfährt der Mensch ein spiralförmiges Wachstum, welches auf einem zyklischen Geschehen aufbaut. Er erfährt, dass die gemachten Erfahrungen und die zurückgelassenen Lebensbereiche nicht umsonst waren, sondern in einem solchen Geschehen die Grundlage bildeten, also den geistigen Humus, für die kommende Zeit. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang sicher die Haltung, mit der ein Mensch seinem Leben begegnet. Liegt die Intention darin, ein Leben zu führen, das sich an den äußeren Früchten messen lässt, sich zu verwurzeln und eine Spur zu zeichnen, um daraus eine Anerkennung aus dem Kollektiv zu erhalten, dann tritt damit natürlich der Aspekt des geistigen Wachstums in den Hintergrund. Ein solches Leben ist nicht auf das Moment der inneren Zufriedenheit ausgelegt. Ist sich jedoch der Mensch bewusst, dass ihm sein Leben gegeben wurde, um geistig zu wachsen, dann vermag er das Bewusstsein, das sich am zyklischen Geschehen orientiert, in Einklang mit seinem Leben zu bringen.
Im Zyklus verbirgt sich das Geheimnis von Wandlung und Regeneration und somit der höchsten Lebendigkeit. Durchlebt und erfährt der Mensch ganz bewusst seine Lebensphasen, dergestalt, dass er sich auf die anstehenden Lerninhalte vorbereitet, er die sich entwickelnden Inhalte ganz bewusst durchläuft und diese zu einem von Erkenntnis gekrönten Abschluss bringt, so erwächst ihm eine besondere Lebensintensität. Das Erlebte wird zu einem Lern- und Wachstumsprozess, weil er die anstehenden Lernaufgaben annimmt. Mangelt es an Akzeptanz für zyklische Lebensverläufe, dann bleiben auch die inneren Wachstumsprozesse auf der Strecke. Dies führt zu Stagnation und Wehmut, man trauert alten Lebensbedingungen, der Jugend etc. nach, weil man sich aus bestimmten Lebensphasen nicht zu lösen vermochte. Der in seinem Lebensalter voranschreitende Mensch ist bereits in einem neuen Themenfeld angelangt, blickt aber stets zurück. Er ist unzufrieden mit der neuen Situation und versucht, mit äußerster Anstrengung wieder an den alten Zustand anzuknüpfen.
Oft verliert das Leben in solchen nicht zugelassenen Veränderungen seinen dynamischen Fluss, weil der Mensch diesen durch sein stagnierendes Bewusstsein bremst. Er blickt zurück anstatt nach vorne in die Zukunft. In unserer heutigen Gesellschaft ist ein Verständnis für die zyklischen Phasen des Lebens vollständig abhanden gekommen. In früheren Kulturen wusste man um diese Lebensdynamik und schleuste die Menschen von Kindheit an in intensive Erfahrungen hinein, die ihnen das entsprechende Verständnis auf den Lebensweg mitzugeben vermochten. Die Lebensphasen wurden wesentlich intensiver begangen, ja regelrecht zelebriert, mit Pubertätsriten, Jugendweihen und konkreten Vorbereitungen auf den Erwachsenenstatus, der den Menschen auf die eigenen Füße stellte, sodass ein ganz anderes Verständnis im Umgang mit dem Leben erwuchs. Die alten Phasen wurden abgeschlossen, sogar regelrecht betrauert, und der Mensch lernte, vom Alten Abschied zu nehmen, um dem Neuen begegnen zu können.
Einklang im Leben herstellen
Heute fehlen solche frühen initiierenden Erfahrungen, die dem Menschen die Weisheit einer rechten Lebensführung vermitteln können. Gerade in der Generation der 60er und 70er Jahrgänge finden sich Menschen, die sehr lange ihren sicheren Verbund zum Elternhaus aufrecht erhielten. Selbst wenn das Elternhaus verlassen wurde, übernahm dann der Arbeitgeber stellvertretend die tragende Rolle, oder es wurden Beziehungen eingegangen, die einen sicheren Elternersatz darstellten. Auch heute halten sie an ihren Positionen im Leben fest, weil ihnen eine sichere Basis erstrebenswerter erscheint, als der Stimme des Herzens zu folgen. Solche Lebensgestaltungen haben häufig einen hohen Preis, auch wenn noch so viele rationale Beweggründe dafür sprechen. Man opfert immerhin der Sicherheit sein inneres Glück und seinen Einklang. Dies ist meist die Folge, wenn der Mensch gegen die vorgegebene Natur zyklischer Lebensverläufe verstößt.
Lernt der Mensch zu Lebzeiten, in kleinen Situationen Abschied zu nehmen, indem er ganz bewusst Lebensabschnitte durchschreitet, so wird ihm das Leben im vermehrten Maße zur Stufenleiter auf seinem Weg, die ihm am Ende den Übergang in eine andere Sphäre auf eine selbstverständliche und angstfreie Art und Weise ermöglichen wird. Hierin liegt ein Geheimnis verborgen: Wenn der Mensch bereitwillig das Mysterium der zyklischen Stufendurchgänge erfährt, wird er im Einklang mit den allgegenwärtigen kosmischen Gesetzen wachsen und sich in jeder Lebensphase stimmig und würdig fühlen. Dies mag vielleicht am Anfang des Lebens oder in der mittleren Lebensphase noch nicht als notwendig oder sinnvoll erscheinen, weil kleinere Sterbe- und Neuwerdungsprozesse in einer Blütezeit des Lebens von den Trieb- und Intellektualkräften weit weg gedrängt werden. Doch die Einbeziehung des Todes, als sicheres Ziel eines jeden Lebens, führt in einer bewussten Ausrichtung genau zum Gegenteil des vermuteten Aspektes, denn das Leben bekommt dadurch eine wertvolle Intensität. Man ist nicht mehr bereit, kostbare Zeit in mehr oder weniger überflüssige Beschäftigungen zu verschleudern.
Auch wenn der Mensch in der heutigen Zeit bestrebt ist, das Leben mit Frohsinn und Heiterkeit anzureichern, um es stressfrei hinter sich zu bringen, werden sich in einer solch falsch programmierten Lebensausrichtung stets als Ausgleich für die Verdrängung nach einiger Zeit Trübsal und Angst einschleichen. Wer dem Ableben und dem Wandel hin zu einer anderen Bewusstseinsdimension in Offenheit und Normalität begegnet, wird eine hohe Lebensintensität und die wirklich heiteren Aspekte des Seins erfahren. Ein Leben im Bewusstsein der zyklisch zu lernenden Erfordernisse vermag den Menschen deshalb mit echter Lebendigkeit zu erfüllen, weil er mit seinen Lerninhalten zu jeder Zeit wissend in Einklang ist.
Die Zyklen des Lebens
Will man die Zyklen des eigenen Lebensverlaufes herausarbeiten, so kann dies durch einen einfachen Teilungsschlüssel geschehen, der in der astrosophischen Betrachtung des Geburtsmusters eine Anwendung findet. Die Zahl Sieben spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung. Sie ist eine Schöpfungszahl und findet sich in vielen Schöpfungsmythen wieder. Denken Sie an die Genesis: die sieben Schöpfungstage, die sieben Schöpfungslogoi oder die sieben Urprinzipien der klassischen Antike. Die Zahl Sieben findet sich gleichfalls im Zyklus des Mondes wieder der für jede Phase sieben Tage einnimmt. Der Zahl Sieben kommt somit eine besondere, schöpfungsausprägende Bedeutung zu.
Neben der Zahl Sieben hat die Zwölf eine weitere besondere Bedeutung. Die Zwölf ist die Zahl, die Rhythmus und Kreislauf der Zeit beschreibt. Der Tag teilt sich in die zweimal zwölf Stunden der aufsteigenden und der absteigenden Sonne. Das Jahr hat zwölf Monate, wir finden im Zodiak die zwölf Tierkreiszeichen, die die zwölf archetypischen Urbilder widerspiegeln. Zwölf ist die Zahl des vollendeten abgeschlossenen Zeitenlaufes. Sie entsteht aus der Drei mal vier, womit symbolisch die Verbindung von Geist (drei) und Stoff (vier) dargestellt wird. Im Tierkreis finden wir drei mal vier Elemente, in denen sich dreifach differenziert die elementare Urkraft des Schöpfers offenbaren. In den Bedingungen von Raum und Zeit offenbart sich die Dreiheit des Geistes. Die Zwölf ist die Zahl der Offenbarung, der Einheit in Raum und Zeit.
Da der Mensch als Mikrokosmos die Analogie zum Makrokosmos darstellt, finden sich in ihm jene beschriebenen rhythmischen Gesetzmäßigkeiten in gleicher Weise wieder, quasi als Offenbarung der großen Ordnung im Kleinen. Denn im Universum befindet sich alles in einem großen analogen Zusammenhang, es gibt nichts, was außerhalb dieser Gesetze zu funktionieren vermag. So weist auch das Geburtshoroskop des Menschen analog zum Tierkreis zwölf Häuser auf, die jeweils zwölf symbolische Lebensbühnen darstellen, auf der die inneren Potenziale des Menschen im Verbund mit den darunter liegenden Tierkreiszeichen sichtbar dargestellt sind.
Weist man dem Geburtshoroskop und den darin enthaltenen zwölf Häusern jeweils siebenjährige Jahresphasen zu, so ergeben dies insgesamt zwölf Abschnitte, die einen kompletten Kreis von 84 Jahren umschließen.
In einer solchen Aufteilung erhält man zwölf Lebensabschnitte von jeweils sieben Jahren Dauer, die mit zentralen Überschriften versehen sind. Diese lassen sich im Verbund mit dem individuellen Horoskop in sehr konkrete Lernbereiche einteilen, die genau beschreiben, welche Erfahrungen in welchen Lebens- oder Themenbereichen gemacht werden wollen. Zentral betrachtet werden hier Erfahrungsbereiche definiert, die natürlich bei jedem Menschen mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt sind. In der Folge sollen hier die Überschriften in den Lebensphasen deutlich werden, sodass jeder für sich die Gelegenheit hat, die sich zyklisch gestaltenden Themenverläufe in einem Grobraster zu betrachten.
Dies sind die Phasen von der Geburt bis zum 7. Lebensjahr, vom 7. bis zum 14. Lebensjahr, vom 14. bis zum 21. Lebensjahr, vom 21. bis zum 28. Lebensjahr, vom 28. bis zum 35. Lebensjahr, vom 35. bis zum 42. Lebensjahr, vom 42. bis zum 49. Lebensjahr, vom 49. bis zum 56. Lebensjahr, vom 56. bis zum 63. Lebensjahr, vom 63. bis zum 70. Lebensjahr, vom 70. bis zum 77. Lebensjahr, vom 77. bis zum 84. Lebensjahr. Jeder Abschnitt führt dabei in spezifische Lerninhalte hinein. Je eigenständiger der Mensch innerhalb seines Lebens wird, desto intensiver vermag er das wechselnde Erfordernis seiner Lebensphasen zu erspüren.
Meist entwickelt sich das Bewusstsein für das sich verändernde zyklische Geschehen ab der Phase von 28. Jahren, denn es braucht Zeit, um eigene Erfahrungen sammeln zu können. Aus ihnen können echte Erkenntnisse und Einsichten erwachsen. Das erste Lebensviertel von der Geburt bis zum 21. Lebensjahr ist weitgehend von außen bestimmt, sodass die Erfordernisse und die vorherrschende Stimmung den Menschen vollends involviert und ihn mit der Lebensdynamik verbindet. Man findet in dieser Zeit sehr häufig die Inhalte des Geburtsmusters in der Erleidensform wieder. Der Mensch ist abhängig und erfährt im Zerrspiegel des Lebens eigene Anteile, die sich in Erlebnisse und starke Eindrücke kleiden, da er noch keine andere Einlösungsmöglichkeit hat.
Dieser Zeitraum gewährt nur wenig Spielraum für Eigenverantwortung und Bewusstheit. So sind die ersten 21 Jahre als Phase der Entwicklung zu betrachten, in der prägende Erfahrungen gesammelt werden. Diese Erfahrungen gilt es im späteren Verlauf des Lebens als Prinzipien und Inhalte der eigenen Persönlichkeit zu verstehen. Sie benötigen Transportinstanzen (Menschen und Situationen), um an die jeweiligen Individuen heranzugelangen. Es ist sinnvoll, die frühen Erfahrungen in der Rückschau zu betrachten, um sie im Verbund mit dem Geburtshoroskop in ihrer Symbolik inhaltlich deuten zu können. Auf diese Weise werden Erkenntnisprozesse angeregt, die einen befreienden Charakter haben. Man lässt los von Schuldzuweisungen, da man erkennt, dass man sich in der Maske der Welt immer nur selbst begegnet. Denn jede Phase verbindet den Menschen mit Prinzipien und Kräften seines eigenen Inneren, sodass die Zeit zur lehrenden Bewusstwerdungsinstanz wird, der es unter diesem Aspekt gilt, eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da die Inhalte der Seelensubstanz des Menschen ihre Entfaltung in der Außenwelt erfahren.
Der 1. Lebensabschnitt: von der Geburt bis zum 7. Lebensjahr
In diesem ersten Zyklus nimmt der Mensch Platz in der Welt. Er kommt im Leben an, und alles scheint einem großen Abenteuer zu entsprechen. Das Gewahrwerden der Umwelt gleicht einem großen Staunen und drückt sich im Jubel der Kinder aus, die beispielsweise das erste Mal die Berge erblicken oder das Meer oder im Zoo exotische Tiere entdecken. Alles ist neu, will gelernt werden, die ersten Schritte, die Sprache, Verhaltens-, Ausdrucks- und Durchsetzungsformen des Willens. Der Mensch ist in dieser Phase vollkommen fremdbestimmt, er besitzt noch keine eigene Entscheidungsmöglichkeit über die Verläufe seines Lebens, ist seinen Eltern vollumfänglich ausgeliefert. Übertragbar ist dies gleichfalls darauf, wie der Mensch in einen kosmischen Strom in seinem Leben eingebettet ist und glaubt, er könne den Weg seines Lebens selbst bestimmen. Das kosmische Wesen ist in der ersten Zeit noch in ihm wach. Mit dem Schließen der Fontanelle, schließt sich auch das Tor zu diesem unsterblichen Teil in uns, in dem alles Wissen um den Aufbau des gesamten Universums enthalten ist. Es ist die Zeit, in der Kinder sehr häufig grundlos weinen. Tiefe Trauer umfasst sie ob des zeitgebundenen Verlustes ihrer kosmischen Anbindung. So erfährt der Mensch die zwingende Konfrontation mit der Polarität. Das innere Wesen verbindet sich mit dem Stoff, und es beginnt die Auseinandersetzung mit der Welt und der damit resultierenden Ich-Identifikation. Das Ich beginnt, seine Entwicklung zu vollziehen, der Willen prägt sich aus, was in diesem Zusammenhang zu ständigen Auseinandersetzungen mit den Grenzsetzungen von außen führt. Diese sind notwendig, denn sie führen stets zu Hinterfragungen und Reflektionen. Eine Kraft, die keinen Widerstand erfährt, verpufft wirkungslos im Raum. Erst wenn sie eingeschränkt oder komprimiert wird, wie es beispielsweise das Prinzip des Ottomotors ist, vermag eine sinnvolle Dynamik zu entstehen, durch die die Kraft nutzbar wird. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Ich-Kräfte, die erst durch Einschränkung eine Wahrnehmung und ihre Ausformung erfahren. Mit dem formulieren des “Ich will”, beginnt das Wesen des Menschen seine Selbstwahrnehmung zu intensivieren, und der Keim der Bewusstheit ist gelegt. MIt der Einschränkung entsteht Bewusstheit, und das Wesen erhält allmählich eine Kontur. Auf diese Weise sammelt der Mensch Erfahrungen, aus denen die Bausteine der ersten Weltsicht geformt werden. Welche Art von Erfahrungen dies sind, wäre bedeutsam im individuellen Aspekt der Betrachtung herauszufiltern. Dazu ist es erforderlich, in einer Rückschau die Symbolik der Erfahrungen inhaltlich zu übersetzen, so dass ein tieferes Verständnis und eine Annehmbarkeit des erlebten Dramas erfolgen kann.
Der 2. Lebensabschnitt: 7. - 14. Lebensjahr
Diesen Abschnitt kann man als die Phase der Verwurzelung beschreiben und gleichzeitig als Phase, in der der Mensch beginnt, sich mit den ersten eigenen Schritten des Lebens zu konfrontieren. Der Mensch beginnt seinen Wert zu entwickeln. Meist wird er mit sieben Jahren eingeschult und erlebt dadurch den Verlust der Geborgenheit des geschützten Nestverbandes seiner Familie. Es kommt zum Wechsel von der Anbindung an die Familienstruktur hin zur Gruppe und zum Cliquenbewusstsein. Es werden Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht, die bald schon herauskristallisieren werden, wie sich der Bezug zum Umfeld gestaltet. Diese Phase führt gleichzeitig auch zur Entwicklung des Wertes in der Gesellschaft, wobei die bindende Themengemeinschaft von Gruppen und Freunden insbesondere zu dieser Entwicklung beiträgt, sodass sich eine Sicherheit einstellen kann. Vergleichbar sind die sich ausbildenden weltlichen Wurzeln mit den Wurzeln im Pflanzenreich. Erst wenn eine Pflanze oder ein Baum sich tief verwurzelt haben, wodurch sie beginnen, sich am Stofflichen, also am Mineralischen zu nähren, vermögen sie das entsprechende Wachstum und die Standfestigkeit auf der Oberseite der Erde zu erfahren. Beim Menschen wirkt dieses Mysterium in gleicher Weise. Das individuelle Geburtsmuster vermag dabei Auskunft über die Beschaffenheit des Nährbodens zu geben, der entscheidend für den Wachstumsprozess ist. In dieser Zeit wird deutlich, wie es um die Anbindung an die Gemeinschaft bestellt ist und welche Werte für den Menschen bedeutsam sind. Erste Grundlagen werden für den späteren Lebensverlauf gelegt. Mit der Einschulung beginnt die erste Sammlung des Rüstzeuges für das spätere Leben.
(Es ist gut, sich solche Anhaltspunkte zu merken, denn sie lassen sich später analog auf die zweite Lebenshälfte übertragen. Hier sind es dann nicht die Einschulung oder das Lernen für das Leben, sondern es geht um die Erweckung des geistigen Menschen, der auf seine Weise ab seinem 42. Lebensjahr besondere Erfahrungen macht.)
Erste Löseprozesse entstehen. Das Kind nabelt sich langsam vom Elternhaus ab. Durch die herannahende Pubertät und die einschießenden marsischen Sexualkräfte geht der Zauber der Anbindung an die schützende Familiengemeinschaft verloren. Erste eigene Wege werden eingeschlagen, und der Reibungsprozess, der sich an der Fremdbestimmung durch das Elternhaus entzündet, beginnt sich zu verstärken. Natürlich kann in einer solchen Phase auch deutlich werden, dass der Mensch sich unsicher fühlt, dass er sich als Außenseiter in der Gemeinschaft empfindet oder dass er Werte in seinem Umfeld vermisst, die ihn seelisch zu tragen vermögen. Solche individuellen Themen lassen sich aus dem Geburtsmuster des Menschen herauskristallisieren.
Der 3. Lebensabschnitt: 14. - 21. Lebensjahr
Der Beginn dieses dritten Zyklus ist gezeichnet durch die Kräfte der Pubertät und führt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschlechtlichkeit und der Polarität. Die Bewusstheit und die Eigenverantwortlichkeit nehmen zu, was auch mit dem 18. Lebenjahr (früher mit 21 Jahren) als Alter für die Straffähigkeit vor dem weltlichen Gesetz seinen Ausdruck findet. Der Mensch ist in diesem Zeitraum aufgefordert, die Gesetzmäßigkeiten der Welt kennen zu lernen und gerät nun in die erste Verantwortlichkeit für sein eigenes Überleben hinein. Das Lernen von Funktionen und die Aufnahme von Information und theoretischem Wissen liegen besonders im Vordergrund. Sie sind als Befruchtung des rationalen Tagesbewusstseins anzusehen, aus dem eine hohe Beweglichkeit entsteht. Diese lässt den Menschen aus der Vielzahl der unterschiedlichen Aspekte eine Struktur wie ein großes Puzzle zusammenfügen. Er muss die Weichen stellen für eine berufliche Zukunft. Er muss sich mit den Inhalten auseinandersetzen, zu denen er sich gerufen oder gedrängt fühlt, weshalb in diesem Lebensabschnitt auch die zentralen Fragen nach einer Ausbildung oder einem Studium bedeutsam werden. Hier entsteht der erste Druck aus Schul- und Ausbildungserfordernissen. Abschlüsse werden gemacht, Prüfungen, und die große Frage, wie es in der Zukunft weitergehen wird, führen zu einem ersten Spannungsbogen. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Sinnhaftigkeit für die Weichenstellung in ihrer Tragweite nicht immer erkannt wird, folgt der Mensch dem Rat seines Umfeldes für eine entsprechende Lebensausrichtung, weil hier die Grundsteine für den weiteren Verlauf seines Lebens gelegt werden. Im Hintergrund des Geschehens wirken verborgene Kräfte, die den Menschen in eine Richtung drängen, so dass er sich langsam entfalten kann.
(Auch wäre es gut, sich diesen Aspekt zu merken, denn in der Analogie erhält er in der Phase von 49 bis 56 Jahren eine andere wichtige Bedeutung. In dieser späteren Folgezeit werden die Weichen dann für den glücklichen Ausklang des Lebens gestellt.)
Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Basis geschaffen für die anschließende Phase des aktiven Lebens in der Welt. Mit Abschluss dieses Zyklus geht es mit voller Dynamik in die Welt hinein. Es wird deutlich, ob der Mensch sich dem Gesetz der Lebensfunktionen unterstellen möchte, ob er eine Bereitschaft in sich verspürt, am großen Rad des Lebens mitzudrehen. Hier vermag man auch schon Diskrepanzen zu sehen, die zwischen den Ideen und den konkreten Lebensaufträgen bestehen. Denn auch wenn es so scheinen mag, als würde der Mensch seiner Bestimmung näher kommen, ist dies oftmals nur der erste leise Abglanz dessen, was sich im weiteren Verlauf des Lebens herauskristallisieren wird. Alles, was sich in diesem Abschluss formiert, führt in eine Dynamik der Eigenständigkeit hinein, um den Menschen in den Lebensverlauf einzuschleusen.
In den nachfolgenden zwei Zyklen des Lebensalters von 21 bis 35 Jahren erlebt der Mensch seine Blütezeit. Sie entspricht quasi dem Hochsommer, während die vorangegangene Zeit von der Geburt bis zum 21. Lebensjahr dem Frühling und der Zeit des Heranwachsens entsprach.
Die folgenden Lebensphasen können Sie ab Mitte Januar auf dieser Webseite lesen.
Herzlichst,
Randolf Maria Schäfer
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