Randolf Schaefer

Forum für hermetische Kunst und Kultur
& Astrosophische Praxis



Wie kann ich Grenzen in meinem Leben überwinden?

Liebe Leserinnen und Leser,

sicher haben Sie auch schon oft in Ihrem Leben darum gerungen, wie Sie es bewerkstelligen können, sich zu verändern. Vielleicht verspürten Sie eine innere Sehnsucht nach Neuwerdung, doch Sie wussten nicht recht den Ausstieg aus dem Hamsterrad des gleichförmigen Lebens zu finden. Vielleicht blockierten Sie Ängste, Ihre Sicherheit aufzugeben, oder Sie hegten Zweifel, ob es überhaupt gelingen würde sich zu verändern. Möglicherweise hörten Sie gar eindringliche Stimmen Ihres Umfeldes, die Ihnen, wie immer auch geartet, einflüsterten, dass es Ihnen nicht gelingen wird, sich zu verwandeln, und es besser wäre, in den alten Lebensbedingungen auszuharren.
Auch in meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder Menschen, die eine große Sehnsucht nach Veränderung in sich tragen, aber gleichzeitig auch von einer Vielzahl an Zweifeln und Bedenken gebremst werden und sehnsüchtig auf einen Impuls warten, der die Stagnation in ihrem Leben beendet. Mir liegt es am Herzen, Ihnen in diesem Artikel einige Anregungen zu geben, wie Sie einen Weg finden können, sich aus sich selbst heraus zu erneuern: nämlich, indem Sie dem Energiefluss in Ihrem Leben eine andere Richtung geben. Die besten Erkenntnisse, die man beispielsweise aus einer astrosophischen Besprechung des Geburtsmusters mitnimmt, lassen sich erst dann kraftvoll umsetzen, wenn man im Umgang mit sich und dem Leben ein paar einfache Richtlinien berücksichtigt, die sehr effektiv und nachhaltig das eigene Leben zu einer wachsenden Gestalt machen können. Dazu kann Ihnen überliefertes Wissen aus den alten Mysterienschulen auch heute hilfreich sein, denn es diente stets dem Menschen auf seinem Weg zur Entfaltung seiner inneren Potentiale.
Darüber hinaus stimmt es zuversichtlich, sich zu vergegenwärtigen, dass es ein Gesetz in unserem Universum gibt, welches besagt, dass jedes Individuum ein Recht auf Entfaltung im Rahmen seiner jeweiligen Geburtsanlagen besitzt.
Wir können diese hermetische Gesetzmäßigkeit von der Natur ableiten. Jede Blume, jeder Baum wächst und gedeiht nach der Art seiner Entsprechung, jedes Tier erfüllt gleichfalls seine Entsprechung. Man könnte jetzt zwar einwenden, dass die Geschöpfe der Natur keine andere Wahl haben und dass es für den Menschen nicht ganz so einfach ist. Doch auch beim Menschen verhält es sich ähnlich, seine Anlage hingegen ist wesentlich vielfältiger und differenzierter und nicht vordergründig offenbar. Ihm ist sein Bewusstsein und sein Intellekt gegeben, mit dem er herauszufinden vermag, welches seine Art der Entsprechung ist, mit der er sich dann entfalten kann. Leben bedeutet Entfaltung im Rhythmus von Raum und Zeit.

Mittels des Geburtshoroskopes ist es beispielsweise möglich zu erkennen, welche Qualitäten im Laufe des Lebens ausgeprägt und auf die Welt gebracht werden wollen. Allein unsere innere Geisteshaltung setzt uns Grenzen, weil wir von Kindheit an den unterschiedlichsten Suggestionen ausgesetzt sind, die uns einflüstern nach welchen Regeln das Leben zu funktionieren scheint. Daraus entwickeln wir unsere Umgangsweise mit dem Leben und ohne es zu merken werden die daraus resultierenden geistigen Haltungen zum Gegenspieler, der uns hauptsächlich daran hindert, einen dynamischen Wachstumsprozess zu verwirklichen. Die selbst gesetzten Grenzen sind dazu da, um überwunden zu werden. Deshalb richteten die Mysterienschulen ihren Schwerpunkt darauf aus, ihre Schüler mit den Gesetzmäßigkeiten der Zusammenhänge zwischen Kosmos, Natur und Mensch vertraut zu machen.
Wurde ein Neophyt in die Geheimnisse der Mysterientraditionen eingeführt erfuhr er als Erstes Unterweisungen in der Kontrolle seiner Gedanken und seiner Gefühle. Des Weiteren wurde ihm vermittelt, wie er seine Konzentrationskraft und seinen Willen stärken konnte. Elisabeth Haich hat dies sehr schön in ihrem autobiographischen Werk „Die Einweihung“, in dem Kapitel „Die Lehren des Phaotep“ dargestellt. (E. Haich war verbunden mit der Tradition der Rosenkreuzer und plaudert in ihrem Roman ziemlich aus dem Nähkästchen der Tradition.) In den östlichen Geistesschulen entdeckt man die gleichen Inhalte, weil sie zu den Grundvoraussetzungen des Weges gehören, die erfüllt werden wollen.

Gedanken sind Kräfte

Als Erstes ist es notwendig, sich der Erkenntnis zuzuwenden, dass Gedanken Kräfte sind, die wir ständig durch unser Denken aussenden. Dies ist der Grund, weshalb der Kontrolle der Gedanken auf dem geistigen Weg stets eine große Bedeutung beigemessen wird. Hier ist es gut, sich zu vergegenwärtigen, dass wir als Menschen darüber bestimmen können, welche Gedanken und welche Gefühle wir haben und aussenden. Der Mensch erzeugt Gedanken und Gefühle, er ist die bestimmende Instanz. Viele Menschen leben jedoch umgekehrt in der Annahme, dass wir Gedanken und Gefühle haben und diesen ausgeliefert sind. Dies ist nicht richtig! Der Mensch besitzt die Fähigkeit, Gedanken und Gefühle selber erzeugen zu können. Der Weg des magischen Erwachens führt dahin, dies selbstbestimmt in sich zu erfahren. Denn je nachdem, was wir denken und wie aufgeladen das Denken mit Gefühlen ist, blockieren wir damit den Energiefluss unseres Lebens, ohne es zu merken. Gefühle entstehen aus den Erfahrungen, die wir in unserem Leben in der Vergangenheit gemacht haben. Diese Gefühle erzeugen wiederum neue Gedanken, die nun gefühlsmäßig aufgeladen sind und dadurch eine zwingende Manifestationskraft bekommen. So lässt sich daraus folgern, dass aus den Erfahrungen, die wir machten, eine Verkettung entsteht. Die aus der Vergangenheit angestauten Gefühle beeinträchtigen unser Denken in der Gegenwart. Unser gegenwärtiges Denken ist demnach immer ein Produkt der Erfahrungen, die wir im Leben gesammelt haben, und deshalb auch nicht wertfrei. Auf diesem Wege mischen sich unbemerkt die Stimmungen aus der Historie unseres Lebens, sei dies die Kindheit, unsere Jugend, die Menschen, die uns zu dieser Zeit prägten, in unser gegenwärtiges Denken hinein. Es entsteht eine Dynamik, die uns in der Gegenwart an die Vergangenheit fesselt, die uns bindet und auf der Stelle treten lässt, ohne dass wir es merken.

So resultiert also alles, was wir gegenwärtig bewerten, unsere Glaubenssätze und grenzsetzenden Mutmaßungen, stets aus der Historie unseres Lebens. Um aus dem unbewussten Hamsterrad des Denkens zu gelangen, sollten wir versuchen, alles, was geschieht, vollkommen wertfrei an uns heranzulassen, uns keine Meinungen zu bilden, bevor wir mit einer Situation oder mit Menschen in Kontakt kommen. Deshalb ist es sehr wichtig, unser tägliches Denken zu beobachten!
Was denken wir im Verlauf der Stunden so einfach vor uns hin? Sind es aufbauende Gedanken, die uns fördern und uns Kraft geben, uns aufgerichtet in die Zukunft schauen lassen, oder sind es ängstliche, pessimistische Gedanken, die uns klein machen, uns einengen und uns zweifelnd den Raum zur Entfaltung nehmen? Gewöhnen Sie sich einfach an, Ihr Denken ganz wertfrei zu beobachten. Machen Sie sich bewusst, wann sie gerade wieder einmal dabei sind, sich den wertfreien Raum des Erlebens zu nehmen, indem Sie schon den Ausgang einer Situation scheinbar kennen oder Ihr Scheitern vorprogrammieren, indem Sie keine großen Stücke auf sich halten. Sie nehmen dem Leben die Möglichkeit, Sie eine neue Dynamik erfahren zu lassen. Wenn Sie in Ihren alten Denkmustern verhaftet bleiben, hemmen Sie damit jegliche Erneuerung.

Ein einfacher Kunstgriff, die alten Denkmuster zu durchbrechen, besteht darin, dass man sich an der Gegenwart orientiert. Auch in den Mysterientraditionen hieß es: „Lerne ganz bewusst im Hier und Jetzt zu sein“. Am besten gewöhnen Sie sich an, sich täglich darauf auszurichten, was Sie Besonderes in Ihrem Leben vorfinden. Seien Sie dankbar dafür.
Da muss man nicht lange suchen, denn wir nehmen so viele Dinge in unserem Leben für vollkommen selbstverständlich, ohne uns bewusst zu machen, dass wir eigentlich in einem Schlaraffenland leben. Wir schalten das Licht ein und es wird hell in unseren Wohnungen. Wir sitzen in geheizten Räumen, ohne uns um den Erhalt der Wärmequelle bemühen zu müssen. Wir bewegen uns mit unseren Verkehrsmitteln in Windeseile von Ort zu Ort. Wir finden in den Geschäften um uns herum eine Vielfalt an Nahrungmitteln und Waren - eine Lebensqualität, die vor 100 bis 150 Jahren nur wenigen privilegierten Menschen vergönnt war. Und doch sind wir unzufrieden und fokussieren uns auf das, was wir gerade nicht haben oder was uns nicht gelingt.
Finden Sie also täglich heraus, was Sie Besonderes in Ihrem Leben vorfinden, seien Sie dankbar und glücklich darüber und setzen Sie der Kreativität der Begeisterung keine Grenzen.
Dankbar zu sein für das, was man in seinem Leben vorfindet, ist ein wesentlicher Schlüssel, der die aufbauenden Energien im Leben aktiviert.

Der Japaner Masaru Emoto hat mit seinen Wasserforschungen sehr anschaulich belegen können, dass sich die harmonischsten Kristalle (Hexagonalstruktur = das Hexagramm ist ein mystisches Symbol, welches darstellt, dass sich die obere Ordnung, also die kosmische Kraft, mit der unteren Ordnung verbindet und eine harmonische Beziehung entsteht) in gefrorenen Wassertropfen ausbildeten, die zuvor mit den Energien von Dankbarkeit und Liebe gespeist wurden. Gleichfalls konnte er damit auch anschaulich verdeutlichen, dass kranke, disharmonische Wasserstrukturen wieder regenerierbar waren, wenn Sie mit Energien von Dank und Liebe in Verbindung gebracht wurden. Wem die bahnbrechenden Forschungen von Emoto kein Begriff sind, dem empfehle ich sein Buch "Die Botschaften des Wassers". Das Wasserelement besitzt in der astrosophischen Schöpfungslehre die gleiche Entsprechung wie die Seele und unser Gemüt (Mond-Prinzip). Wissen wir, dass Wasser ein Informationsträger ist, der alles speichert, wie dies Emoto in seinen Forschungen nachgewiesen hat, dann können wir diese Erkenntnis auf die innerseelischen Strukturen übertragen und besitzen damit den Schlüssel zur Regeneration. Da das Energiefeld des Menschen, das durch die Aura gebildet wird, die gleichen Reaktionsweisen aufweist wie der Informationsspeicher Wasser, wird deutlich, dass keine kosmische aufbauende Grundschwingung im Menschen vorhanden ist, wenn er sich nicht dankbar mit den Energien des Kosmos und seinem Leben abstimmt.
Wenn Sie sich an Begrenzungen festhalten und die Grundstimmung alltäglich pessimistisch ist, dann richtet sich auch der Lebensfluss in eine chaotische Richtung aus, weil wir diesen innerlich selbst erzeugen. Eine einfache magische Grundregel besagt, dass die Energien dorthin fließen, womit wir uns beschäftigen.

Schließen Sie einmal die Augen und konzentrieren Sie sich einfach fünf Minuten auf Ihren rechten Oberschenkel, so als wollten Sie ihn bis zu den Knochen durchdringen. Sie werden feststellen, dass sich der Oberschenkel langsam erwärmen und sich vielleicht sogar ein leichtes Prickeln einstellen wird. Das ist der Energiefluss, der durch Ihre Gedankenausrichtung bewirkt wird. Das gleiche Prinzip lässt sich auf Ihr Leben übertragen. Die Energie folgt dahin, worauf Sie sich konzentrieren. Wenn Sie sich also darauf konzentrieren, dass Ihnen beispielsweise eine Veränderung im Leben nicht gelingen wird, dann werden Sie immer wieder mit dem gleichen Ergebnis bestätigt werden. Unsere Voreingenommenheit schafft einen Raum, der nicht wertfrei ist. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich darin üben, sich stets aufbauend an der Gegenwart zu orientieren. Dies hat nichts mit unreflektiertem Positivismus zu tun, sondern meint, dass wir uns bewusst machen, das vieles, was wir als selbstverständlich hinnehmen, eigentlich nicht selbstverständlich ist. Deshalb sollten wir gegenüber den aufbauenden Kräften des Kosmos Dankbarkeit empfinden. Je intensiver wir uns auf diese Verbindung einlassen, desto besser. Und wenn daraus gar eine intensive Liebesbeziehung entsteht, ist das optimal. Die Liebe (Venus-Prinzip) ist das Fahrzeug das einen Energiefluss entstehen läßt, genau wie im zwischenmenschlichen Bereich. Wenn wir dem Kosmos dieses Gefühl des Dankes entgegenbringen, ohne Forderungen zu stellen, entwickelt sich daraus ein aufbauender, tragender Fluss.

Gefühle laden unser Denken mit Verwirklichungsenergien auf

Gefühle sind ganz eng mit dem Denken verwoben. In den Analogien der astrosophischen Schöpfungslehre ist das Gehirn des Menschen dem Mond-Prinzip zugeordnet. Dem Mond-Prinzip ordnet man das Gemüt, die Gefühle und die seelische Wurzel des Menschen zu. Gefühle lassen Reflexionen erst möglich werden, so wie das Wasser das Licht der Sonnenstrahlen reflektiert. Gefühle erzeugen gedankliche Reaktionen, und gedankliche Prozesse wiederum erzeugen Gefühle. Jedem Menschen ist die Möglichkeit gegeben zu entscheiden, was er in seinem Leben fühlt. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist, dass wir lernen, uns zu entscheiden, in welche Gefühle wir uns hineinbegeben.
Verliert ein Mensch beispielsweise seinen Arbeitsplatz, dann kann er sich frei dafür entscheiden, sich in der Folge in seine Trauer, seine Ängste hineinfallen zu lassen, indem er diesen von morgens bis abends Raum gibt und sich gedankliche Zukunftsszenarien auszumalen, die ihn herunterziehen.
Damit schneidet er sich vom schöpferischen Strom seines Lebens ab, denn die freie Energie des Lebens fließt niemals in der Enge (Angst).
Er hätte aber auch die Möglichkeit, sich mit einer neuen Perspektive zu verbinden, indem er unterstellt, dass er durch das Leben einen Impuls erfahren hat, der ihm ermöglicht, eine neue, ihm besser entsprechende Berufung zu finden. Orientiert sich der Mensch an der perspektivischen Seite und empfindet er Begeisterung für seine Erneuerungschance, dann führt ihm auch das Leben die neuen Begebenheiten zu, in denen sich neue Perspektiven entwickeln lassen. Denn auch hier folgt der Strom des Lebens der inneren Ausrichtung, weil Wachstum und Entfaltung aus Veränderung und Erneuerung entsteht, nicht jedoch aus Stagnation und Festhalten, da es sich um einen dynamischen Prozess handelt.

Lassen Sie einfach einmal in einer kleinen Selbstbetrachtung Ihr Leben vor Ihrem geistigen Auge Revue passieren und ergründen Sie, in welchen Situationen Sie sich in Ihr Gefühl haben hineinfallen lassen und fortan von dem Strom der Stimmung getragen wurden. Dies gilt im positiven wie im negativen Sinne. Genauso wie eine Hochstimmung Sie zu besonderen Erfolgen beflügelt und Sie ansteckend auf andere Menschen wirken lässt, wirkt in der Umkehrung die gedämpfte Stimmung in der Folge hemmend auf unseren Lebensfluss. Dies bedeutet jetzt nicht, fortan jegliches Gefühl der Betroffenheit oder der Trauer zu verdrängen, denn diese Gefühle sind erst einmal eine Realität. Gefühle sind sehr wichtig, es ist gut, sie in ihrer Intensität hervorzubringen und sie auszuleben. Doch oftmals tendieren wir dazu, uns geradezu in unseren Gefühlen zu suhlen, weil wir eigentlich Zuwendung haben wollen. Wir verspüren fast einen lustvollen Drang, uns selber zu bedauern, und schwelgen gerne in unserem Selbstmitleid, ohne zu wissen, dass dies fatale Folgen für den Verlauf unseres Lebens hat. Unbemerkt gerät auf diese Weise unser Lebensfahrzeug immer tiefer in einen Morast, bis es irgendwann einsinkt und festgefahren ist.

Jeder Mensch besitzt die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie lange er sich in den Gefühlen aufhält. Man kann sich zum Beispiel einen Tag zurückziehen, seinen Tränen, seinem Schmerz über ein Thema, das einen betroffen gemacht hat, Raum geben und diesen Schmerz in einer Intensität ausleben, bis es gut ist. Oder man gibt seinen Gefühlen nach außen keinen Raum, verhält sich in seinem Umfeld so, als wäre nichts gewesen, trägt dafür mehrere Wochen einen Trauerkloß im Halse und grübelt zusätzlich in düsteren Phantasien über die eigene Zukunft. Ein derartige Umgehensweise mit dem Gefühl blockiert uns. Wenn keine Emotionalität gelebt wird, verwandeln sich die Gefühle in langwierige Stimmungen, die den kreativen Lebensfluss bremsen. Kinder gehen mit ihren Gefühlen viel spontaner um, sie weinen und lamentieren eine gewisse Zeit, und danach ist es wieder gut. Wir sollten uns den Raum geben, mit dem Denken und dem Fühlen anders umzugehen. Experementieren Sie ruhig anhand von Alltagssituationen damit, indem Sie anders mit Stimmungen umgehen, und versuchen Sie sich zu entscheiden welcher Richtung Sie innerlich Raum geben. Wenn wir uns bewusst sind, dass wir alle Situationen ändern können, indem wir die Verantwortung bei uns selber suchen, beginnt hinter diesen das Licht der Selbstbefreiung zu schimmern. Fragen Sie sich in entsprechenden Situationen: Warum fühle ich das gerade jetzt? Wer wäre ich ohne dieses Gefühl? Was habe ich möglicherweise versäumt zu tun oder zu sagen, weshalb ich in eine solche Stimmung gerate? Was kann ich dazu beitragen, dass sich dieses Gefühl in eine andere Richtung wandelt? Was muß ich ändern, um zukünftig andere Erfahrungen zu sammeln?

Wenn Sie sich eine derartige Selbstbetrachtung zu eigen machen, werden Sie erfahren, dass sie im Bereich Ihrer Gefühle viel freier sind, als Sie es vielleicht bisher angenommen haben. Ihnen wird bewusst werden, dass sie viel unabhängiger von Ihren Gefühlen sind, dass es häufig Versäumnisse sind, Themen, die wir im zwischenmenschlichen Bereich nicht ausgesprochen haben, oder wir uns nicht aufgerichtet haben und daher in Betroffenheit hineingeraten sind. In der Folge daraus im Laufe der Zeit eine Grundstimmung von Energielosigkeit entsteht, die uns hemmt.
Ein Mangel an Energie entsteht immer dann, wenn wir nicht in Übereinstimmung mit uns selbst sind, deshalb wäre der nächste Schritt, sich in der Zentrierung und im Aufbau des Urvertrauens zu üben.

Konzentration auf die Energie in unserem Leben

Unser Leben ist wie ein großer energetischer Organismus. Nach dem hermetischen Prinzip der Resonanz ziehen wir die gleiche Energie von außen in Form von Begegnungen mit Menschen oder Situationen an, in der wir uns befinden. Wir haben die Möglichkeit, dieses Energiefeld bewusst zu verändern, indem wir uns bewusst für eine andere Dynamik entscheiden und daran arbeiten.
Viele Menschen leiden unter einem Mangel an Urvertrauen in die aufbauenden Kräfte des Kosmos. Zweifel und Angst bremsen unsere Energie und halten uns in einer Position des Mangels fest. Deshalb ist es bedeutsam, wollen wir unserem Leben einen anderen energetischen Verlauf geben, dieses Urvertrauen aufzubauen. Die möglicherweise aus vorangegangenen Existenzen und in diesem Leben wieder aufgefrischten prägenden Erfahrungen haben sich tief in die Schichten des Unterbewusstseins eingeprägt. Wir können diese Begebenheiten nicht ungeschehen machen, doch neben dem nochmaligen Aufsuchen solcher prägender Erfahrungen gibt es die Möglichkeit, das eigene Energieniveau anzuheben, so dass diese Energien mit der Zeit ihre Dominanz verlieren und in den Hintergrund weichen. Dazu empfehle ich Ihnen folgende Übung, die Sie auch in dem von mir verfassten Buch, „Der Mond - Urbrunnen der Seele“, Urania Verlag, Neuhausen 2004 finden:

Legen Sie sich entspannt und bequem hin, lenken Sie Ihr Bewusstsein in die Region Ihres Bauchnabels. Atmen Sie langsam, gleichmäßig und rhythmisch ein und aus wie ein Pendel - und stellen Sie sich vor, dass Ihr Atem anstatt durch Ihre Nase durch Ihren Nabel fließt. Lassen Sie sich ganz hineinfallen in diese Atembewegung durch Ihren Nabel. Nach einer gewissen Zeit werden Sie verspüren, dass sich der Nabelbereich zu erwärmen beginnt. Wenn Sie sich ganz in diese Wäreempfindung hineinfallen lassen, werden Sie spüren, dass aus dieser Wärmeempfindung ein Gefühl der Zentriertheit erwächst und Sie über diesen Punkt mit Ihrer unauslöschlichen Lebensenergie verbunden sind. Kraft und Urvertrauen gehen aus diesem Zentrum hervor. So wie die Nabelschnur uns mit der Mutter verband, verbindet Sie der Atemstrom mit der sich einstellenden Wärmeempfindung, mit dem Zentrum des Seins. Fühlen Sie diese Verbundenheit in sich. Sicherheit und Weite entstehen aus dem Zutrauen zu sich selbst. Vertrauen entsteht aus dem Gefühl der Zentriertheit in Ihrem Nabelzentrum. Bilder von aufbauenden Lebenssituationen vermögen Ihnen dabei zu helfen, die Wahrnehmung zu intensivieren und dadurch eine bessere Zentrierung zu erreichen. Auch das Folgen des Atemstroms, so als würde man in den Nabelbereich hineinatmen, ist hilfreich, um sich in diesen Bereich hineinzuspüren. Dies sollte so lange geschehen, bis sich eine Wärmeempfindung einstellt. Nehmen Sie dieses Gefühl, dass es eine unauslöschliche Kraft in Ihrer eigenen Mitte gibt, in Ihr Leben hinein und Sie werden erfahren, dass Sie mehr und mehr Zutrauen zur tragenden Kraft Ihrer Existenz finden. Machen Sie diese Übung zwei- bis dreimal täglich, nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und sorgen Sie dafür, das der Nabel sich kräftig erwärmt.

Auch ist es empfehlenswert, den Aufmerksamkeitsschwerpunkt während des ganzen Tages im Bauchnabel ruhen zu lassen. Ziehen Sie um von Kopf- und Augenorientierung in Ihr Nabelzentrum. Dies kann in allen möglichen Situationen geschehen, zum Beispiel während Sie spazieren gehen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, während der Arbeit, etc. In dem Moment, in dem man mehr im eigenen Zentrum ruht, kann man erst der Welt aus der entsprechenden Ruheposition begegnen. Das ist am Anfang etwas ungewohnt, aber schon nach zwei bis drei Wochen fällt es immer leichter.
Diese Verlagerung des Aufmerksamkeitsschwerpunktes bewirkt eine Zentrierung, die insbesondere notwendig ist, wenn es am Vertrauen in das Leben mangelt. Im Bereich des Nabels ist die Ursprungsenergie des Lebens vorhanden. In den unterschiedlichen Kulturen wurde dieses Energiezentrun mit vielfältigen Bezeichnungen versehen, wie beispielsweise „Kraftzentrum“, „Hara“ oder „Meer der Energie“.
Hat man seine Zentrierung durch Angst und Misstrauen verloren, ist dies ein Signal, um eine Regeneration von innen zu bewerkstelligen. Im Nabelzentrum liegt die Urkraft verborgen. Hier ist es möglich, sich durch Zentrierung in einen Zustand zu bewegen, der einen wie ein Fels in der Brandung durch das Leben gehen lässt. Sie werden nach einiger Zeit feststellen, dass sich in Ihnen eine kraftvolle Ruhe ausbreiten wird. Sie werden sich nach außen besser abgrenzen können und mehr Vertrauen in die eigene Kraft entwickeln. Dies wird Sie befähigen, sich aus unguten Allianzen zu befreien, in denen Sie eigentlich nicht sein möchten.
Häufig verbindet man sich mit anderen Menschen oder Lebenssituationen aus Sicherheitsgründen, weil man Angst vor dem Leben hat. Solche Vernunftsymbiosen rauben einem vor allem Energie, weil man ihnen die Individualität der eigenen Persönlichkeit opfert, was einem suizidalen Verhalten gleichkommt.
Ein solches unauthentisches Verhalten ist die größte Quelle menschlichen Leids, mit der Folge eines ausgeprägten Energiemangels, aus dem sich ein unüberblickbarer Teufelskreis bildet, wie eine Perpektivlosigkeit, allem voraus aber die Empfindung, in seinem Leben gefangen zu sein.
Deshalb ist es so wichtig, die eigene Zentrierung und das Urvertrauen aufzubauen, damit wir wieder mehr auf die eigenen Potenziale vertrauen, uns den Wert geben, den wir haben, und uns nicht in Abhängigkeiten hineinbegeben.
Will man tiefe, prägende Energiemuster verändern, kann man dies auch in Begleitung ausführen, wie ich dies in meiner Praxis mit der von mir entwickelten Kosmo-Imagination durchführe. (Informationen zur Kosmo-Imagination können Sie im Forum für hermetische Signaturenlehre anfordern.) Auf diese Weise wird der Weg frei, Muster zu verändern, die den Fluss bremsen, die Persönlichkeit zu sein, die sich mit unseren Geburtsanlagen entfalten möchte.

Wenn Sie diese vier einfachen Punkte berücksichtigen und anwenden, 1.) Gedankenbeobachtung und bewusste Umorientierung, 2.) Veränderung der Gefühlsausrichtung, 3.) Konzentration auf die Quelle Ihrer Kraft, 4.) Stärkung des Selbstgefühls und des Willens, werden Sie spüren, wie der Energiefluss Ihres Lebens eine stetige Veränderung erfährt.
Seien Sie nicht ungeduldig, sondern lassen Sie sich Zeit und beobachten Sie einfach, was sich durch Ihre neue Umgangsweise auch im Leben ändert. Die beschriebenen Übungen können Sie jederzeit ausführen, indem Sie sich einfach wachsam beobachten und sich vielleicht in Mußestunden etwas Zeit für Ihre Selbstanalyse nehmen. Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr unserer Zeitrechnung eine aufbauende Lebensdynamik!

Herzlichs Ihr,
Randolf M. Schäfer

<<< zurück