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Forum für hermetische Kunst und Kultur & Astrosophische Praxis
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Warum läuft unsere Natur aus dem Ruder?
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Vielleicht fällt Ihnen auf, dass das Leben in der Außenwelt mit zunehmender Intensität immer unwirtlicher wird. Viele Dinge, die uns vielleicht noch in den letzten Jahren als ganz selbstverständlich erschienen, erhalten einen anderen Charakter oder sind schlicht und einfach nicht mehr so wie früher durchführbar. Denken Sie einmal daran, dass aus verschiedenen Gründen das Leben in der Außenwelt - im Sommer und im Winter gleichermaßen -ungesunde Züge annimmt und die Menschen genötigt sind, sich vermehrt in Innenräumen aufzuhalten.
Während der Sommermonate ist die zunehmende Bedrohung durch das in Verbindung mit der Sonnenbestrahlung entstehende Ozongas z.B. ein kausaler Verursacher. Das Gas löst Gereiztheit, Herzbeschwerden, tränende Augen und Atembeschwerden aus. Auch die Ozonschicht, die eine Schutzfunktion gegen die immense Sonnenbestrahlung bildet, nimmt rapide ab, so dass die Gefahr von entstehendem Hautkrebs und Unwohlsein in der Sonne vermehrt zunimmt. In den Wintermonaten erleben wir immer häufiger, wie die warmen Luftmassen in den oberen Regionen dazu führen, dass die schadstoffhaltigen Emissionen der Industrie, des Verkehrs und der Heizungsablüftungen sich am Boden sammeln und der entstandene Smog es ratsam macht, sich nicht länger als unbedingt erforderlich in den direkten Kontakt mit der Außenluft zu bringen. Auch nehmen Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürre, Stürme oder wie in der aktuellen Situation der Flutkatastrophe in Asien in dramatischer Form zu, und reißen den Menschen aus seinem Sicherheitsgefüge.
Was will die Symbolik dieser das Leben beeinträchtigenden Begebenheiten uns im Zerrspiegel des Erlebens vermitteln?
Viele derzeitige Ereignisse tragen in der Konsequenz dazu bei, dass wir uns von der Außenwelt mehr und mehr zurückziehen müssen. Immer deutlicher werden die symbolischen Hinweise der Außenwelt, denn das Bedürfnis des primär auf das äusserliches Leben ausgerichteten Menschen nach unbefangener Zerstreuung, ist nicht mehr so leicht einzulösen wie in früheren Jahren. In den Zeiten des Wintersports liegt kaum mehr Schnee und ausgerechnet in den Sommermonaten geht die Angst vor Terroranschlägen um oder es treiben Ölteppiche oder schleimige Algen an die Strände der Badeorte, so dass auch hier die gewünschte Zerstreuung der Erholungsbedürftigen nicht so recht erbaulich ist. Der Mensch wird von den äußeren Geschehnissen gezwungen, sich immer stärker anderen Herausforderungen zu stellen, als er sie eigentlich aus seiner alten Gewohnheit aufrecht erhalten möchte.
Jegliches Geschehen in der Welt verläuft zyklisch, und nichts kann sich aus diesem großen kosmischen Gesetz ausschließen. Das Gros der Menschen nimmt jedoch das überall zu beobachtende zyklische Geschehen nicht wahr, schon gar nicht als ein Erfordernis, das auch für das eigene Leben eine Gültigkeit besitzt. Denn Leben ist Zyklus. Alles folgt dem gleichen großen Gesetz. Der ewige Rhythmus der Sonne vom Sonnenaufgang über den Zenitstand in die abnehmende Phase der Abenddämmerung bis hin zur Nacht zeigt allen, die es erkennen wollen, den allgegenwärtigen Lebensrhythmus von der Geburt bis zum Niedergang. Die Mondphasen spiegeln die gleichen Merkmale wider, die in zunehmendem Mond, Vollmond, abnehmendem Mond und Neumond den ewigen Rhythmus von Werden und Vergehen beschreiben. Auch der weibliche Zyklus beinhaltet einen gleichgearteten Verlauf. Ebenso weisen die Lebensabschnitte des Menschseins die gleichen zyklischen Signaturen auf. Oder denken Sie an den Jahreslauf mit den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter und sehen Sie, überall lassen sich die gleichen spezifischen Merkmale der Zyklen entdecken - Anfangsphase, Hochphase, Ausklang und Ruhephase.
Das offenbare Geheimwissen
Darüber hinaus gibt es neben den erwähnten Ebenen auch noch wesentlich größere zyklische Abschnitte, die man erst erkennen kann, wenn man das weltliche Geschehen von einer höheren Perspektive aus anschaut. Je kleiner der Betrachtungswinkel und der Ausschnitt bestimmter Situationen ist, desto weniger nimmt man natürlich das große Ganze wahr. Ein Mensch, der die Welt immer nur aus der Mäuschenperspektive als ein Gespinst aufeinanderfolgender, nicht zusammenhängender einzelner Situationen wahrnimmt und in diesem Netz gefangen ist, hat natürlich keinen Blick für größere Zyklen. Trotzdem sind diese vorhanden, und ob er will oder nicht, er muß sie durchleben.
So erlebt auch die Menschheit im Verlauf der Jahrhunderte eine Wanderung durch verschiedene Phasen. Auch in diesen größeren Abschnitten sind vergleichbare Muster wirksam. Es gibt eine Geburts- und Wachstumsphase, eine kulturelle Blütezeit mit dem darauf folgenden Niedergang, die anschließende Ruhephase und eine Neugeburt.
In den alten Traditionen der esoterischen Schulen wurde den Studierenden die Verbundenheit von Kosmos, Natur und Mensch gelehrt. Sie lernten, von den im Naturgeschehen zu beobachtenden Gesetzmäßigkeiten Rückschlüsse auf die Phasen der eigenen Existenz und die Gesetze des geistigen Weges zu ziehen. Aus dieser Art der Betrachtung konnten sie die erlernten Gesetze äusserer Seinsebenen nutzen, um sie auf das eigene Leben und ihren Weg anzuwenden. Sie erhielten anhand der überall zu beobachtenden Gleichheit äußerer Naturgesetzmäßigkeiten eine tiefe innere Gewissheit, dass diese Gesetze auch auf ihrem Weg eine Gültigkeit besitzen. Im Zuge der Aufklärung und des um sich greifenden materialistischen, funktionalen Denkens, wurde das Wissen um die bestehenden Erkenntnisschlüssel allmählich in den Hintergrund gedrängt. Man vergaß, dass die Ursymbolik der Natur vom Menschen in allen Fasern seines Bewusstseins nachvollzogen werden wollte. Das Frühling, Sommer, Herbst und Winter äußere Ausformungen von geistig, seelischen Gesetzmäßigkeiten sind, die für den Weg des Menschen gleichfalls eine Bedeutung besitzen. Man vergaß, dass jeder, der sich derart in das Geschehen einband, im Kleinen, immer und immer wieder miterleben konnte, was im Großen irgendwann auf seinem Weg geschehen muß. Denn die Zustände aller zyklischer Phasen symbolisieren, dass auf allen Ebenen ein äußeres und ein inneres Wachstum Hand in Hand geht. Somit verlor man den Schlüssel zu den zentralen Gesetzen des menschlichen Seins. Nur einige der Bewahrerinstanzen der geistigen Mysterien hüteten dieses Geheimwissen und erhielten es.
Die Zyklen des Weges
In Anlehnung an dieses Grundverständnis läßt sich die Signatur des esoterischen Weges wie folgt beschreiben: Zu Beginn des Weges braucht es stets eine materiell gefestigte Grundlage, die den Menschen im Stoff verwurzelt hält, sonst verwandelt sich der Weg in einen gefährlichen Trip, der häufig zum Scheitern führt, weil die feste Basis im Leben nicht errichtet ist. Ist diese Voraussetzung geschaffen, dann vermag der Mensch, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Er kann die subjektiven Anteile seiner Person bearbeiten, findet Zugang zu seinen Gefühlen, zu seinem Unbewussten und zu seiner wahren Identität. Er arbeitet an seiner Persönlichkeit und nachdem dies erfolgreich vollzogen ist, vermag er das bisher Erreichte zu sichern.
An jenem Punkt, an dem der Pfadwanderer sich materiell gefestigt und sich dem Aufbau seiner Individualität gewidmet hat, ist der Zenit der äußeren Verwirklichung überschritten, und es beginnt der andere Teil seiner Arbeit, der dann sein inneres Licht zum Leuchten bringt. Er wendet sich von den persönlichen Bedürfnissen ab und widmet sich den geistigen Aspekten des Menschseins. Nun will der Sinn des Lebens ergründet werden. Alle materiellen und persönlichen Werte verlieren ihren Stellenwert zugunsten einer Suche, die in die unbewussten Kammern seiner inneren Existenz führt. Aus ihnen fördert der Mensch all jene Eigenschaften in das Licht seiner Bewusstheit, die tief verborgen und selten angeschaut in ihm schlummern. Sein Weg führt ihn zu den Wurzeln des Menschseins - lassen ihn den Ursprung des Lebens und seine eigentliche geistige Herkunft ergründen.
Dieser Teil der Arbeit an seiner Ganz- und damit Heilwerdung führt ihn hinweg aus der Verwurzelung im Spiel der Welt. Sein Leben wurde bis zu diesem Punkt von ihm gemeistert und nimmt seinen Gang. Es stellt keine echte Herausforderung mehr für ihn dar, da er erkannt hat, das es ihm lediglich als Plattform für seine Vergeistigung gereicht ist. Alles, was es noch für ihn zu erreichen gibt, findet er nur noch in den verborgenen Kammern seiner geistigen Existenz. Er verlagert die Prioritäten auf die inneren Reichtümer. Jetzt übt sich der Mensch darin, alle Facetten der Geistigkeit in seiner inneren Welt zu entdecken und diese zu entfalten. Bis er sich eines Tages eins mit allem fühlt und vollkommen frei ist von jeglicher Bindung an die Materie und er seinen eigenen geistig seelischen Innenraum als wahre Stätte seiner Heimat erkennt. Ein solcher Mensch lebt zwar noch in der Welt, ist aber schon frei von ihrem illusorischen fesselnden Zauber, des eitlen Weltenspiels.
Dies bedeutet nicht, dass er weltfremd wird und sich zurück zieht, sondern, dass er auf beiden Ebenen zu Hause ist. Er anerkennt die Notwendigkeit des existenziellen Lebens, vermag sich dort auch zu regenerieren und Freude zu tanken - er ist jedoch befreiter als der Mensch der nur auf der einen Ebene agiert. An diesem Punkt kehrt er jedoch in einem ganz anderen Bewusstsein in das weltliche Leben zurück, als einer der sich nie auf den Weg gemacht hat. Nun ist es ihm auch möglich seine Energien helfend dem Umfeld anderer Menschen zur Verfügung zu stellen, um diesen bei ihrer Bewusstwerdung und ihrer Vergeistigung zu helfen.
Die kollektive Initiation
Das beschriebene Raster ist eine Matrix mit einer immerwährenden Gültigkeit. Jeder Weg kann nur in der beschriebenen Reihenfolge gegangen werden, da diese genau den kosmischen Gesetzen entspricht, und jedes Abweichen führt dazu, dass der Mensch all jene Bereiche, die er ausklammerte, noch einmal nachvollziehen muß. Wenn er seinen begonnen Weg an einer bestimmten Stelle nicht mehr weiter fortsetzt, dann wird er die Inhalte, die er eigentlich hätte konfrontieren müssen, in der Form erleben, dass er durch die äußeren Begebenheiten gezwungen wird, sich mit den nicht gelebten Inhalten auseinanderzusetzen. Jetzt vollzieht sich über die Welt als Mittler all das, was er nicht bereit war, freiwillig zu bearbeiten. Hat er beispielsweise vergessen, eine materielle Basis zu erschaffen, zwingen ihn materielle Probleme sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Hat er nicht genügend an seiner Persönlichkeit gearbeitet, fordern ihn Selbstwertprobleme auf, sich mit sich auseinanderzusetzen. Oder, hat er sich nicht genügend mit den Sinnfragen des Lebens oder mit den geistigen Wurzeln des Lebens intensiv genug auseinandergesetzt, zwingen ihn Konfrontationen mit dem Tod oder mit Umbrüchen, sich diesem Mysterium genauer zuzuwenden.
Die vorher genannten Beispiele lassen deutlich werden, dass auch das Kollektiv sich in einem ähnlichen Entwicklungszyklus befindet, wie er der Matrix des geistigen Weges entspricht. Dieser vollzieht sich viel langsamer als der Weg eines Einzelindividuums. Die Menschheit durchläuft ganz langsam die Stationen, die im Verlauf der Jahrhunderte, eine spiralförmige Entwicklung annehmen. Man denke hier an die materielle Aufbruchsphase Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Mechanisierung mit ihrer industriellen Revolution, den Aufbruch in die Mobilität. Mitte des 20. Jahrhunderts veränderte sich der Zyklus in die Phase der Individuation hinein und eine enorme Ich-Entwicklung nahm ihren Lauf. Die Menschheit hat nun alle Ebenen des äußeren Lebens gemeistert und durchforstet und ist sogar in bestimmtem Bereichen fähig geworden, den äußeren Schöpfungsplan zu beeinflussen. Viele Individuen haben in ihrem kleinen Reich einen hohen Egoanspruch ausgeprägt, mit dem sie selbstbewusst bestrebt sind sich dominant durchzusetzen.
Seit 1985 ist nun der Zenit der Außenausrichtung und des Wachstums in der äußeren materiellen Welt überschritten. Das Kollektiv ist in seinem Zyklus an dem Punkt angelangt, an dem sich im großen kosmischen Verlauf schon längst die natürliche Kehrtwende in Richtung Innenwelt vollzogen hat. Man denke an die massiven ersten Impulse, die mit Tschernobyl begannen. Ab diesem Zeitpunkt folgte ein Impuls nach dem anderen wie beispielsweise das sich ausprägende Ozonloch, das zunehmende Waldsterben, das sich bildende Ozongas, der Golfkrieg, der Krieg in Jugoslawien und weitere zahlreiche Konfliktherde sowie vermehrt auftretende Naturkatastrophen. Dies zeigt, dass über die Impulse des Außens der Mensch aufgefordert wird, sich den geistigen Sinnfragen zu zuwenden. Denn im Menschheitszyklus geht es nun in der Folge, um die Entwicklung der geistigen Seite. Das Kollektiv jedoch folgt in seiner bisherigen Ausrichtung immer noch den alten Intentionen, die vor 150 Jahren ihren Anfang genommen haben. Der Zenit ist aber bereits seit nun mehr 20 Jahren überschritten, nur ist der Themenwandel noch nicht im Bewusstsein der Menschen angekommen. Sie stehen immer noch auf der gleichen Stelle und blicken - hypnotisiert wie das Kaninchen von der Schlange - auf das phantastische Werk ihrer gemeisterten Materie.
Natürlich ist die Faszination, die vom äußeren Glanz des Stoffes ausgeht, sehr groß. Sie ist vergleichbar mit der euphorischen Stimmung des Menschen im Hochsommer. Die wenigsten spüren in einer solchen Hochstimmung den Drang, sich freiwillig von der Freude an der äußeren Zerstreung zu lösen, um sich tiefgründigen Inhalten zuzuwenden. Wer tauscht auch schon gerne den Hochsommer gegen den Herbst ein. Doch der Zyklus bewegt sich weiter!
Es ist Herbst im kollektiven Menscheitszyklus geworden! Es wird Zeit, nach innen zu schauen und nach vollbrachter Weltwerdung endlich die Arbeit der Menschwerdung zu beginnen. Die Schätze, die den Menschen im Sinne seines Zyklus vollkommen machen, wie das Wissen um geistge Gesetzmäßigkeiten, den wahren Ursprung des Lebens, also die metaphysische Seite der Existenz sollten aus der Dunkelheit zutage gefördert werden. Gegenwärtig erfährt der Mensch im Zerrspiegel des Erlebens eine rezeptpflichtige Verschreibung in der Auseinandersetzung mit diesen nicht gelebten Themen. Es ist sicher sehr wichtig in der aktuellen Krisensituation in Asien, den Ländern und den Betroffenen materielle Hilfe zukommen zu lassen, doch darüberhinaus sollte sich jeder mit dem Mysterium des Todes, dem Weg der Seele im Diesseits wie im Jenseits auseinandersetzen. Jeder hat die Chance, die Aufforderung der Zeit anzunehmen und einzutauchen in all jene gerne verdrängten Bereiche, die das Außen schon längst massiv an ihn heranträgt.
Ein großer Teil der Menschen hat ihr leichtfertiges Egobewusstsein zu stark überdehnt. Das wird darin deutlich, dass es bei ihnen nicht mehr um Verantwortung im kollektiven Miteinander geht. Sie machen sich keine Gedanken um ihre Mitmenschen, den Staat, das Land in dem sie aufgewachsen sind oder um die Gemeinschaft der Nationen, sondern allein die eigenen Bedürfnisse stehen im Vordergrund. Wichtiger als kollektive Belange sind der eigene Urlaub, das Hobby, der Sport, das Auto, die eigene Existenz. Niemand denkt an die tragenden kollektiven Organismen und daran, was er selbst möglicherweise der Allgemeinheit geben könnte, sondern zuerst einmal an sich selbst.
Das Erfordernis welches derzeit besteht, und uns erhebliche Schwierigkeiten verursacht wenn es nicht beachtet wird, liegt in der Zeitqualität, die zu einer verantwortungsbewussteren Lebensgestaltung aufruft mit der Notwendigkeit, die eigenen Belange zurückzunehmen. Diese Notwendigkeit entspricht einer Vorbereitung auf stetig dringlicher werdende kollektive Themen. Denn schon sehr bald werden die Menschen feststellen, dass viele Probleme die wir haben aus der Egozentriertheit rühren und diese nicht mehr im Alleingang zu lösen sind, sondern nur im Miteinander. Dieses Miteinander sollte sich aber nicht auf rein äußerliche Zusammenschlüsse beschränken, sondern sollten von Herzen aus entstehen.
Die Lösung vieler Probleme besteht in einer gemeinschaftlichen Idee, welche die Menschen auf einer inneren Ebene miteinander verbindet (auch wenn sie erstmal gemeinsame Problembewältigung heissen mag). Im anderen Fall wird man aus den Erfordernissen, welche die Zeitqualität diktiert, genötigt, gemeinschaftlich im Existenzkampf aktiv zu werden, wie z. B. die gemeinsamen Aktivitäten für die Katastrophengebiete in Asien. Vor allem aber gilt es, die aktuelle Notwendigkeit der Erforschung metaphysischer Gesetze und deren Anwendung zu erkennen. Nach dem Aufbruch ins Industriezeitalter und der individuellen Selbstverwirklichung folgt nun der Aufbruch in ein geistiges Zeitalter.
Wer dies erkennt und freimütig versucht, sein Bewusstsein zu verändern, braucht nicht erst von den Lebensumständen eingeladen zu werden. Das Erfordernis ruft nicht zur Weltfremdheit und zu einem Leben voller Entsagung auf, sondern zu einer Prioritätenverschiebung. Dem Lebensstil mit einer starken Außenorientierung gilt es, die geistige fehlende Seite hinzuzufügen. Umbruch und Beeinträchtigung erfährt das Kollektiv, da es erstarrt am Alten festhält und den Sinn einer notwendigen Wandlung nicht begreift. Wer nicht bereit ist, seine überalterten Werte zu hinterfragen, wird vermehrt vom Schicksal dazu aufgefordert. Niemand muß die Abödungsprozesse wirklich fürchten, wenn man weiß, dass sie auf ein bestehendes Erfordernis aufmerksam machen wollen. Es hat also keinen Sinn, erschüttert vor dem nicht mehr aufhaltbaren Wandel zu stehen und zu versuchen, den alten Status quo wieder herzustellen. Nur der Weg hin zu neuen Ufern löst den Druck der Situation. Wer in dieser Form die Erfordernisse der Zeitqualität einlöst, antwortet somit der Stimme der Zeit und gibt durch sein verändertes Bewusstsein seinen Impuls in die Kollektivseele hinein und leistet damit seinen Beitrag, dass sich im Bewusstsein des Kollektivs neue Inhalte bilden können.
Herzlichs Ihr,
Randolf M. Schäfer
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