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Forum für hermetische Kunst und Kultur & Astrosophische Praxis
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Bewusstseinsbildung und Astrosophie
Mittels der hermetischen Astrologie, die man auch als Astrosophie bezeichnen kann, ist es möglich, in die tieferen, gesetzmäßigen Zusammenhänge der seelischen Entwicklung sowie der seelischen Ausdrucksformen, die wie ein unterirdischer Strom unter der sichtbaren Kausalität des Alltages fließen, einen Blick zu werfen und in das Gewebe des inneren Schicksalsablaufes des Menschenlebens hineinzusehen. Die hermetische Astrologie stellt den Zusammenhang zwischen Seele und Schicksal her. Die äußeren Begebenheiten werden für sie zum Forschungsgegenstand, um die nötigen Rückschlüsse auf die Seeleninhalte ziehen zu können. Nur die zeitlose Ebene einer metaphysischen Betrachtung kann den Menschen auf jenen Standpunkt heben, von dem aus er sein Leben als ein Ganzes sieht, nämlich als eine eigene wachsende Gestalt. Von diesem gewahrt er seine Individualität, die aus ihm selbst quillt und sich von innen heraus in die Zeit hinein ergießt, in der sie dann losgelöst in der Reihe der Einzelereignisse erscheint. Die hermetische Astrologie zieht ihre Rückschlüsse aus den äußeren Lebensformen und schließt von diesen auf die darin zu Grunde liegende unbewussten Seelenraster und deren Inhalte. Darüber hinaus macht sie diese bewusst und formuliert aus ihnen die für den Menschen notwendigen Lernerfahrungen. Damit ist die hermetische Astrologie ein Modell, das den Menschen auf seinem Lebensweg zu befreien vermag, sie agiert nicht gegen die Bedingungen des Lebens, sondern arbeitet mit ihnen. Das ist ein gravierender Unterschied zu den üblichen Umgangsweisen der Menschen mit ihrem Leben. Das richtig angewandte astrologische Weltbild, im Sinne der hermetischen Philosophie, akzeptiert das Erlebte als Möglichkeit des Wachstums, aus dem ein Heilwerdungsprozess entstehen kann. Der Mensch sieht die Geschehnisse nicht von sich separiert, sondern kann über diese einen direkten Bezug zu seinem Unbewussten herstellen.
Die Astrologie ist ein für diesen Zweck bestehendes Instrument, welches dem Menschen dazu verhilft, die Erfordernisse zu ergründen. Die daraus folgende Korrekturarbeit am eigenen Seelenmuster ist als eine Leistung auf dem individuellen Lebensweg anzusehen, welche darin besteht unter hermetischen Gesichtspunkten in das Gesetz des eigenen Geburtsmusters zu kommen. Stück für Stück setzt man gleichsam wie die Teile einer zerbrochenen Bildplatte im Bewusstsein die fehlenden Elemente wieder ein, die das Werk der Vervollkommnung unterstützen. In den meisten Fällen decken sich die persönlichen Ideale und Ziele des Menschen nicht mit den bestehenden Strukturen des Geburtsmusters und den zu erfüllenden Lernaufträgen des Bewusstwerdungsweges (Diese finden Sie in meinem Buch: "Astrologie - die Symbolik des Lebens entschlüsseln“, Urania Verlag, definiert). Der Mensch selbst gerät durch sein subjektives Handeln immer mehr aus dem Gesetz seines Geburtsmusters, was sich darin auswirkt, dass im Leben manches "schief läuft“. Die geläufige Redewendung drückt das eigentliche Problem sinnhaft aus, denn jedes Misslingen von Handlungen, jeder Misserfolg resultiert daraus, dass der Mensch nicht in seiner eigenen Ordnung ist, also jenen übergeordneten Gesetzen und Aufträgen nicht gerecht wird, die mit der Geburt als Auftrag an ihn ergangen sind. Gelingt es dem Menschen, die Harmonie mit seinem Geburtsmuster herzustellen, indem er daran arbeitet, die bestehenden Prinzipien seines Musters zu erfüllen, ordnen sich die Dinge in seinem Dasein, weil er im Sinne seines Auftrages in Wahrheit mit sich lebt und damit im Einklang mit der in seinem eigenen Inneren bestehenden Ordnung.
Viele Bereiche des Geburtsmusters liegen im Schatten des menschlichen Bewusstseins und kleiden sich innerhalb des Lebens in Erleidenssituationen, in Symptome oder in Beziehungen zu Mitmenschen ein. Begegnungen mit Menschen wie Mutter, Vater, Geschwister, Freunde, Kollegen usw. verkörpern all jene Anteile und Eigenschaften, die der Betroffene in seinem Bewusstsein zunächst nicht entdecken kann. Er muss jedoch einsehen, dass er ihnen nicht zufällig begegnet, denn alle, mit denen er im Verbund steht, tragen seelische Qualitäten an ihn heran, die ihm objektiv betrachtet das geben, was ihm fehlt. Je unbewusster der Mensch ist, desto geringer ist sein Zugang zu den entscheidenen Bereichen seines Musters, und er wird mehr und mehr Opfer seiner eigenen nicht wahrgenommenen Anlagen. Alle erlebten äußeren Situationen folgen einer kosmischen Gesetzmäßigkeit, nämlich dem Menschen über die Welt der äußeren Formen Impulse zu setzen, die seine Seele im tiefsten Urgrund berühren. Das ist der eigentliche Sinn der äußeren Erfahrungswelt, denn die Auswirkungen der Erscheinungswelt erreichen jedes Individuum nur aufgrund der Existenz seiner fünf Sinne. Über diese erhält er intensive Impulse, die Geist und Seele zutiefst prägen. So erfährt der Mensch in seinem Leben intensive Auseinandersetzungen mit Bereichen, die ihm allesamt etwas erzählen möchten.
Analysiert man die menschliche Umgangsweise mit problematischen Themen wird ersichtlich, dass das häufigste Bestreben stets das Vermeiden unangehmer oder belastender Zustände ist. Beispielsweise werden gesundheitliche Probleme mit medikamentösen Keulen weggedrängt, ohne nach der "causa“ zu forschen, oder leidet ein Mensch an depressiven Stimmungen, wird nach heiterer Ablenkung gesucht, um schleunigst der Tiefstimmung zu entrinnen. Das "Obenauf" und "gut drauf" als Lebensmotto führt immer tiefer in die Sackgasse der Nichtkonfrontation, in der irrigen Hoffnung, sich auf diese Weise belastenden und schweren Erfahrungen entziehen zu können. Unter diesem Gesichtspunkt befindet sich ein großer Teil der Menschen in ihrem Leben auf der Flucht vor jenen Anteilen, die aufgrund ihrer Dominanz Größeres bedeuten als eine willkürliche Störung der Betroffenen. Die abgelehnten Lebenssituationen entfalten nur deshalb eine zwingende Dominanz, weil sie Träger von Inhalten sind, die dem Betroffenen im Bewusstsein fehlen.
Eine andere Art der Konfrontation läge in der Bereitschaft, sich zu öffnen, um den Themen entgegenzugehen, was zu überraschend anderen Lebensverläufen führen würde. Leider sind sich die meisten Menschen des heilenden Aspektes einer veränderten Umgangsweise nicht bewusst. Denn in der Bereitschaft, nach den nicht bewussten eigenen Anteilen in den sich auslösenden Wandlungsprozessen zu forschen, ist ein viel tieferes Heil zu finden. Viele Menschen sind daran gewöhnt, im Umgang mit den weltlichen Verläufen nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung zu handeln. Sie weichen Hindernissen oder Gefahren, die sich ihnen in den Weg stellen aus, um eine vermeintliche Sicherheitsdistanz herzustellen. Dies mag für die kleinen Kausalbereiche gültig sein. Einem Auto, das auf einen zurast, weicht man auch aus, um sein Leben zu schützen. Darüber hinaus gibt es aber ganz essentielle Erlebensbereiche, die mit den kleinen alltäglichen Abläufen nicht zu vergleichen sind. Dies sind die großen Manifestationen im Leben, die im Verborgenen wirkend Lebensverläufe umgestalten und damit für den Betroffenen Botschaften zu Tage treten lassen. Sie sollen nicht die Fluchtinstinkte aktivieren, sondern auf einer tiefen Schicht des menschlichen Bewusstseins etwas bewirken, um dort losgelöst von der Betroffenheit über die Kausalzusammenhänge bearbeitet zu werden. Solchen Ansprachen sollte man nicht durch einfaches Weglaufen begegnen, denn über diesen Weg wird der Mensch mit Prinzipien in Verbindung gebracht, die in seinem Bewusstsein bis dorthin keinen Zugang gefunden hatten. Vielmehr findet sich in der Bereitschaft, zu ergründen, ob die angenommenen Lebensintentionen mögliche Fehlhaltungen enthalten, die Entsprechung einer adäquaten Umgangsweise.
Wendet man sich dergestalt dem Geschehen zu, dann erhalten die Verläufe stets eine Verwandlung, weil man sich suchend den verborgenen Inhalten widmet. Dies führt zu einem inneren Ausgleichsmoment, weil der Suchende das Fehlende in sich bewegt. Die bestehende Einseitigkeit wird ausgeglichen, da der Mensch aufgrund entpolarisierender kosmischer Gesetzmäßigkeiten durch die eindringenden Inhalte mit dem Fehlenden ergänzt wird. Die besorgte Frage: "Was fehlt Dir denn?", lässt im Keim deutlich werden, dass ursprünglich einmal ein Wissen um diese Gesetzmäßigkeit bestanden hat, welches dem Menschen im Laufe der Zeit abhanden gekommen ist.
Es gibt in den funktionalen Bereichen der Welt eine Fülle von Beispielen, an denen deutlich wird, dass Probleme oder gar Symptome mit dem gleichen Prinzip der Entsprechung auf einer anderen Ebene behandelt werden. Leidet ein Mensch beispielsweise an nervösen Störungen wie Nerven- oder Muskelzuckungen, was im astrosophischen Modell einer Uranusthematik entspräche, so verschreibt der Mediziner ihm Magnesiumpräparate, die ebenfalls eine Zuordnung zur Uranusanalogie besitzen. Oder leidet ein Mensch an Schwermut, eine Manifestation des Saturn-Prinzipes, so wird ihm homöopathisch Plumbum (Blei) verabreicht, das ebenfalls in die Saturnanalogie gehört. Man bedient sich auch hier in der Verordnung eines Metalls mit erhöhtem Schweregrad, um damit der inneren Schwere mit Entsprechendem zu begegnen. Man antwortet stets auf der konkreten Ebene mit jenen Prinzipien, die dem Betroffenen fehlen und die ihren Ausdruck in der entsprechenden Symptomatik finden. Im Laufe der Erforschung von Behandlungsmethoden hat man festgestellt, dass bei bestimmten Symptomen ganz spezifische verordnete Mittel ihre entsprechende Wirkung ausübten und griffen. Solche Werte sind aus langjährigen Erfahrungen herausgefiltert und als Lerninhalte weitervermittelt worden. Besitzt man den analogen Schlüssel zu den Urprinzipien und zu der Symbolik der äußeren Formen der Welt, wie er im System der Astrosophie enthalten ist, vermag man auf ganz andere Art und Weise hinter den Schleier solcher Zusammenhänge zu blicken. Im Gegensatz zu der Vorgehensweise, die auf erworbenem Wissen und damit auf Erfahrungen anderer beruht, lässt sich aus der Kenntnis analoger Zusammenhänge auf jeder Ebene ganz gezielt die entsprechende Thematik formulieren. Durch das eigenständige Erkennen der Gesetzmäßigkeiten von analogem Geschehen handelt man stets aus gewachsener eigener Einsicht. Mit der Kenntnis der analogen Zusammenhänge der Welt der Manifestationen vermag man viel sicherer zu agieren, versteht aber auch, warum in vielerlei Situationen angewandte Maßnahmen wirkungslos bleiben.
In den zuvor beschriebenen Handlungsweisen verbirgt sich der aus der Homöopathie bekannte Grundsatz: "Similia similibus curentur - Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden", der nicht nur dort eine Gültigkeit besitzt, sondern der als Überschrift für eine zentrale Gesetzmäßigkeit steht, die eine besondere Rolle in der seelischen Aufarbeitung der in der Form verborgenen geistigen Inhalte besitzt. Im Sinne der hermetischen Philosophie sind die Grenzen nicht vom materiellen Weltbild gesteckt. Dieser Grundsatz endet nicht bei der Verabreichung eines homöopathischen Mittels, das auch nur Vermittler einer Idee ist, die sich nach Einnahme im menschlichen Organismus als Information auszubreiten beginnt. In gleicher Weise ist es möglich, sich dieses Prinzip auch in der Umgangsweise mit der Welt zu Eigen zu machen: Indem man sich mit den unbewussten Anteilen des eigenen Geburtsmusters und deren Lerninhalten aus eigenem Antrieb beschäftigt.
Einer der Gründe, weshalb der wissenschaftlich geprägte Mensch die Homöopathie als wirkungslos und unsinnig bezeichnet, ist die Unkenntnis der Mechanismen, die sich durch die verabreichten Mittelgaben auslösen. Man forscht stets auf der falschen Ebene, vergleichbar mit Ahnungslosen, die auf einer Wiese am Boden liegend Äpfel gefunden haben und nun daraus folgern, die Äpfel seien Früchte, die zwischen Gräsern wachsen. Wissenschaftler untersuchen homöopathische Mittel und forschen nach der materiellen Substanz, die in ihnen enthalten sein soll. Da die Mittel bei höherer Potenzierung sehr bald keine konkret nachweisbaren Substanzen mehr aufweisen, wird das Verfahren belächelt und als Spinnerei verworfen. Im gnädigsten Fall verweist man auf die Wirkungen des Placeboeffektes. Aber sind die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen im Grunde nicht lächerlicher und gleichen diese nicht echten Eulenspiegeleien? Mit der wissenschaftlichen Logik könnte man ebenso gut versuchen, Gehirnflüssigkeit auf Gedanken zu untersuchen oder Gedanken mit Schmetterlingsnetzen zu fangen. Die Delution oder das Globuli ist in der Homöopathie nur materieller Träger der immateriellen Idee eines Prinzipes, die sich über die Einnahme als bisher fehlende Information in den subtilen Kanälen des menschlichen Organismus ausbreitet. Hier werden subtile Ideenimpulse in das feinstoffliche System des Organismus implantiert, welche die innere Resonanz verändern. Das ist vergleichbar mit den körpereigenen Reizleiterfunktionen, die im Organismus Informationen vermitteln. Die homöopathische Vorgehensweise entspricht einer Initiation in die Idee der verabreichten Arznei. Jede Initiation (lat. initium - einen Anfang machen) öffnet Türen und hebt den Menschen auf eine neue Ebene, auf der er andere Erfahrungsbereiche durchlaufen kann. Man arbeitet damit an der Schaltstelle des Lebens, denn wirkliche Veränderungen entstehen immer nur von innen heraus, und nicht wenn man an äußeren Formen "herumdoktert", wie dies in der allopathischen Verfahrensweise üblich ist. Mit der Homöopathie liegt eine geniale Methode vor, mit der es gelungen ist, essentielle Informationen an Trägersubstanzen zu binden, die dann ihre Wirkung auf einer feinstofflichen Ebene zeigen und den Mensch von innen heraus verändern. Ein System, mit dem auf einem stofflichen Weg Bewusstwerdungsimpulse induziert werden können. Dies kann sich folgendermaßen vollziehen: Leidet beispielsweise ein Mensch an entzündlichen Prozessen, so lässt dies deutlich werden, dass in seinem Unbewussten ein aggressiver Anteil (Mars-Prinzip) schlummert, der ihm nicht zugänglich ist, so dass er auf der Symptomebene zu Tage tritt. Die Verabreichung eines hömöopathischen Mittels in einer hohen Potenz würde dazu führen, dass das in den Stoff gefallene sich wieder zurück in das Bewusstsein bewegt. Der Homöopath ordnet in diesem Fall die Einnahme eines Phosphors oder eines Apis an, welche beide einen aggressiven Charakter aufweisen und somit der Marsanalogie zugeordnet werden. Diese bewirken, dass sich der Mensch nicht allzu lange nach der Einnahme in Situationen wiederfindet, die in ihm Aggressionen hervorrufen. Plötzlich findet er nur noch Anlässe, über die er sich aufregt, und in ihm wächst eine Wahrnehmung seiner Konfliktbereitschaft heran, zu der er zuvor nicht fähig war, die sich aber in seinem Symptom äußerte. Gleichzeitig mit dem Gewahrwerden der erhöhten Konfliktbereitschaft wird auf der anderen Seite sein Symptom, welches nur der Träger seiner unbewussten Aggression war, überflüssig und ein Heilwerdungsgeschehen vermag sich einzustellen. Auf diese Art und Weise ist ein Verschiebungsprozess in Gang gekommen, der zwar nicht an die direkte Kausalität des homöopathischen Mittels gebunden war, sondern im Keim der Marsanalogie des Menschen wurde durch die Idee des Mittels ein Impuls gesetzt, der eine Verschiebung von der inneren Ebene zur Außenwelt bewirkte. Das Prinzip, an dem der Mensch "krankte“, wurde somit nicht ausgeschaltet und verdrängt, sondern auf eine andere Ebene gehoben, auf der nun eine bewusste Bearbeitung und Konfrontation stattfinden kann. Das Los des Homöopathen ist, dass er oftmals nicht direkt mit den Heilungsprozessen in Zusammenhang gebracht wird, obwohl er durch die gelungene Bestandsaufnahme und die Verabreichung des Mittels an dieser Initiation gewirkt hat. Der Patient beschreibt seinen Krankheitsverlauf dann so, dass er plötzlich in seinem Leben ziemlich involviert gewesen sei, er vor lauter Stress und Streitereien sein Symptom nicht mehr beachtet hätte, und nach einigen Wochen sei es dann von selbst weggegangen.
Die reine Symptombearbeitung wird in der Regel an Menschen angewandt, die den metaphysischen Aspekt einer solchen Arbeit nicht kennen, weshalb die Großartigkeit eines solchen Prozesses im Dunklen verborgen bleibt. Trotzdem vermag das System beim Menschen, wenn auch von ihm nicht bewusst wahrgenommen, große Veränderungen zu bewirken. Die symptombezogene Inanspruchnahme von medizinischer oder therapeutischer Hilfe richtet sich an Menschen, die den Status eines Patienten haben (lat. patientis = erleiden, erdulden); Menschen die in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Arzt oder Therapeuten stehen, weil sie von Außenstehenden "machen lassen" und ihre Mitverantwortlichkeit an ihrem Zustand nicht kennen. Viele Patienten machen deshalb häufig ihren Arzt für den nicht rechtzeitig einsetzenden Genesungsprozess verantwortlich, wodurch sie signalisieren, dass ihnen ihr eigener Bezug zum Thema nicht bewusst ist, sie somit auch für sich keine Verantwortung übernehmen. Sie glauben, ihr Körper wird in ähnlicher Weise wie ihr Auto in die Werkstatt gebracht. Wenn die Ventile verschlissen sind, müssen neue her und dann läuft die Maschine wieder. Doch wehe, es wurde schlampig gearbeitet, dann wird reklamiert. Wer in diesem Anspruch mit sich umgeht, ist weit entfernt von dem Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele und wird natürlich aufgrund seiner Unkenntnis auch weiter in Abhängigkeiten jedweder Form bleiben.
Welche Konsequenz besitzt die aufgezeigte Betrachtungsweise im Modell der Astrosophie?
Das Prinzip des "Similimum“ vermag auch auf einer ganz anderen Ebene zu greifen und zwar dann, wenn der Mensch weder ausgeliefert und krank ist, noch der Hilfe eines Psychologen oder eines Therapeuten bedarf. Dies kann mittels der astrosophischen Bewusstwerdungsarbeit geschehen, denn diese hat nichts mit Heilung und Therapie zu tun und auch nichts mit konkreter Lebenshilfe. Eine solche innere Hinwendung dient all jenen, die an einem befreienden Selbstgestaltungsprozess arbeiten, indem sie an sich wirken, um jene Aspekte in ihrem Leben zu Tage zu fördern, die nicht der Realität ihres Lebensmusters entsprechen. Sie führen die schönste und edelste Arbeit aus, die in alten Mysterienschulen als "Arbeit am rauhen unbehauenen Stein der Persönlichkeit" bezeichnet wurde. Hier setzt eine Arbeit ein, mit der der Mensch sukzessive Bewusstheit und in Folge dessen Struktur und Ordnung in die unterschiedlichsten Lebensbereiche bringt. Im Laufe der Zeit stellt er einen Einklang mit den Gesetzen der eigenen inneren Realität her und benutzt die Erlebensbereiche des Außens als Korrekturelement für die stetige Weggestaltung. Dies ist eine Arbeit für all jene, die freiwillig auf ihrem Lebensweg bestrebt sind, in Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten ihres eigenen Geburtsmusters zu gelangen. Diese Arbeit hat in der Entwicklung der eigenen Potenziale einen sehr hohen Stellenwert, denn der Mensch nimmt die Verwandlung und Verantwortung selbst auf sich. Er arbeitet sozusagen im "Vorfeld“ an den sonst oft zwingend einbrechenden Korrekturen des Schicksals, da er bestrebt ist sich mit Bewusstheit seinem Leben zu widmen. Wann immer ein derartiges Bestreben vorliegt, gestalten sich die Verläufe des Lebens ganz anders, weil der Mensch offen und kommunikationsbereit für die transformierenden Wachstumsprozesse ist. Er überantwortet dieses Geschehen nicht dem Schicksal, welches aufgrund des phlegmatischen Verweilens in unveränderten Einstellungen oder Lebenssituationen, mit Transformationsprozessen in Aktion treten muss, um den Menschen aus seiner Statik zu befreien. Durch die Bereitschaft, das Fehlende zu integrieren und die bindenden Lebensituationen zu ergründen, entsteht eine Dynamik, die einem Segeln mit dem Wind gleicht. Denn das Similiprinzip "greift" immer dann, wenn der Mensch bewusst mit den Anteilen in Verbindung tritt, die ihm im Bewusstsein fehlen. Dies geschieht dann nicht mehr ausgelöst durch eine Trägersubstanz, sondern aufgrund einer Bestandsaufnahme aus dem Geburtshoroskop und den verschiedenen Lebensmythen. Dadurch vermag man jene Anteile herauszufiltern, die dem Nativen unbewusst sind, und kann diese in Lernanteile ummünzen. Man fördert somit das in den Stoff des Lebens versunkene wieder zurück in das Bewusstsein. Das Fehlende auf diesem Weg ins Bewusstsein zu heben, ist das Ziel der Arbeit am eigenen Geburtsmuster. In diesem Sinne kann die Auseinandersetzung mit den verborgenen Inhalten eines Geburtsmusters, jene voran skizzierte Mittlungsfunktion übernehmen. Hier gelangt man auf eine weitere Ebene, die den Gesetzmäßigkeiten der geistigen Alchemie entspricht. Nun ist es nicht mehr eine materielle Trägersubstanz, die eine Information transportiert, sondern das eigene Bewusstsein. Eine Bestandsaufnahme der Inhalte aus dem Geburtsmuster führt dazu, dass man sensibel für Gesetzmäßigkeiten des inneren Seelenprinzipes wird. Insbesondere wenn man mit der Kenntnis der unbewussten Inhalte in das "alte Leben" zurückkehrt, um dort im Erleben eine stetige Bestandsaufnahme und Korrektur der Selbstbilder vorzunehmen. Auf diese Weise wird das Leben über die innere Selbstbegegnung hinaus zu einer Instanz, die wie ein steter Tropfen, der den Stein höhlt, Stück für Stück jene Anteile deutlich werden lässt, die dem Menschen im Bewusstsein fehlen. So wandelt sich das gesprochene Wort, das geschaute Bild im Spiegel der Selbstbetrachtung und die damit verbundene authentische Empfindung in Verbindung mit dem eigenen Lebensmythos zur Erkenntnis, die unauslöschlich zum Bestandteil des Bewusstseins wird. Die in den Stoff gefallene Idee steigt als Similimum ins Bewußtsein auf.
Auszüge aus: Randolf M. Schäfer: "Der Mond - Urbrunnen des Unbewussten“,
Urania Verlang - ISBN 3-03819-017-9, 24,90 EUR
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