Randolf Schaefer

Forum für hermetische Kunst und Kultur
& Astrosophische Praxis



Mit Selene zu den Wassern der Seele

Liebe Leserinnen und Leser,

angeregt durch die Artikel aus den letzten beiden Einblick-Ausgaben über Uranus in den Fischen "Die Offenbarung des Verborgenen" (Einblick Ausgabe 4/5-2003) und Saturn im Tierkreiszeichen Krebs "Die Einschränkung der Subjektivität" (s. Archiv) erhielt ich eine Fülle von Anfragen mit der Bitte, noch etwas intensiver auf das seelische Erfordernis in dieser anstehenden Zeitqualität einzugehen. Dem möchte ich hiermit nachkommen. Für den Menschen in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig, sich im vermehrten Maße mit seinen inneren Zusammenhängen und somit mit den Kräften des Seeleprinzipes auseinander zu setzen. Wie im Artikel "Die Offenbarung des Verborgenen" beschrieben, geht es im Besonderen darum sich mit den Themen, die sich jenseits der formalen Welt befinden, zu beschäftigen sowie mit dem saturninen Erfordernis, der subjektiven/eigenen Seele mehr Beachtung zu schenken. ("Die Einschränkung der Subjektivität"). Im Kollektiv liegt ein Erfordernis vor, welches den Menschen zu inneren Erfahrungen führen möchte, die ihm die Erkenntnis zuteil werden lassen kann, dass die Grenzscheide zwischen diesseits und jenseits in seinem eigenen Inneren zu finden ist. Ist er sich dessen nicht bewusst, so erlebt der Mensch mittels der äußeren Begebenheiten Situationen, die ihn im vermehrten Maße mit dem Thema verbinden, das es zu bewältigen gilt. Die Kräfte, die wir in der äußeren Welt erfahren, sind als Summe der kollektiven und individuellen Seelenanteile zu verstehen. Alles entspringt im übertragenen Sinne dem Seeleprinzip, auch die Welt. Selbst wenn das Äußere und das Innere aus geistiger Sicht metaphysisch nicht unterscheidbar sind, sich nicht scheiden lassen, muss der rationale wissenschaftliche Versuch, diese Unterscheidung allen Schwierigkeiten zum Trotz zu erzwingen, ins Ideologische ausarten. Wenn hier vom Begriff des Seeleprinzipes die Rede ist, ist dies nicht im Sinne einer aktuellen psychologischen Verständnisweise gemeint, die sich auf das Gemüt und die subjektive Verfassung des Menschen bezieht. Vielmehr ist der Begriff der Seele im hermetischen, ursprünglichen Sinne eine Ausdrucksform für die kosmischen Kräfte und Prinzipien, die in der Kollektiv- und Individualseele ihre Ausformung finden. In der Tat ist der Realitätsbegriff der modernen Psychologie Bestandteil einer weltumfassenden Ideologie des aufgeklärten/realistischen Standpunktes geworden, der bestrebt ist, alles unter seine Definitionsknute zu zwingen. Was sich nicht zwingen und einsortieren lässt, wird als spekulativ und abgehoben abgetan. Dazu kommt, dass über der Seele des Einzelnen, die die Psychologie untersucht, die Seele der Zeit steht, die Zeitqualität, und diese wird von jeher nicht psychologisch und auch nicht im Sinne der hermetischen Betrachtung als kosmische Lernerfahrung, sondern nur historisch begriffen. Wer das kosmisch geistige Prinzip mit seinen schöpferischen Gesetzmäßigkeiten in der Welt nicht wahrnimmt, nimmt alles auf andere Weise wahr als der metaphysisch Schauende. Ideal einer vergeistigten Epoche sind herausragende Tempel und Kirchen, und Ideal der anderen Epoche sind monumentale Versicherungs- und Bankgebäude Paläste des Materialismus. Beide Ideale der jeweiligen Epoche sind weltverändernd und von objektiver Bedeutung. Aber keine Psychologie reicht hin, um symbolische Ausdrucksformen dieser Art zu erklären, weil eine Ebene ausgeklammert wird: die geistig/metaphysische Wirklichkeit, die sich jeder rationalen Wissenschaftsanalyse entzieht. Die Psychologie versucht zu bestimmen, was Psyche und was Realität ist. Diese Bestimmung kann nicht anders als willkürlich sein. Deshalb kann die Psychologie der Kompliziertheit der Zusammenhänge, die unendlich sind, prinzipiell nicht gerecht werden, weil ihr das analoge, gesetzmäßige Erklärungsmodell fehlt, wie es in der hermetischen Philosophie (mit ihrer starken Säule Astrologie) seinen Ursprung hat. So hat die wissenschaftliche Theorie für den Hermetiker eindimensionale Züge, weil sie nur auf einer Ebene agiert und die andere negiert.

Es gibt eine Fülle an mythischen Beschreibungen für das Seeleprinzip. Die Mythen in den unterschiedlichsten Kulturen sind so vielfältig, wie es die unterschiedlichsten Kräfte im Menschen selber sind. Die einzelnen weiblichen mythischen Figuren sind damit auch als spezifische Eigenarten der Seele im Menschen zu verstehen. Es ist hier nicht mein Anliegen, auf die vielen einzelnen Mythen detailliert einzugehen, sondern anhand eines zentralen Mythos die generellen Eigenschaften der Seelenkräfte zu beschreiben, wie sie im Mythos der Mondgöttin Selene einen sehr schönen Ausdruck finden. Selene ist die eigentliche Mondgöttin. Ihr Name bedeutet die Glänzende, die Strahlende. Selene ist die Tochter der beiden Titanen Hyperion und Theia, und ihre Geschwister sind Helios, der Sonnengott, und Eos, die Morgenröte. Gleichzeitig ist sie auch die Gemahlin des Helios, und wenn die beiden ihr Lager teilen, dann muss dies im Geheimen geschehen; darum verschwindet Selene, wenn sie sich mit Helios vereint, sie ist dann nicht mehr zu sehen. Selene ist die Göttin der Frauen, die die Gefühle und das Liebesleben beherrscht. Sie ist die Göttin des Heims und der Familie; sie ist die Göttin der Nacht, des Schlafes und des Todes. Ihr gehören die nächtlichen Liebessehnsüchte, die der folgenden Geschichte ähneln. Als der junge, schöne Gott Endymion in der Grotte des Berges Latmos in ewigen Schlaf versunken ist, nähert sich ihm die anmutige Selene feinfühlend, kaum, dass sie ihren Himmelslauf unter dem Horizont beendet hat. Sie verführt den Schlafenden mit zärtlichen Liebkosungen und gibt sich ihm der Liebe hin, ohne dabei auch nur ein Wort zu sprechen. Aus dieser Verbindung gebiert Selene fünfzig Töchter. Selene vermehrt sich und gibt sich in völliger Hingabe, dem inneren Rhythmus gehorchend, ohne Bewusstheit, ohne Austausch und ohne bewusstes, geistiges Reifen, dem instinktiven Fruchtbarkeitsdrang der Natur hin.

Um diesen Mythos zu verstehen, ist es bedeutsam, ihn auf die Kräfte des Mondprinzipes zu übertragen, die in Mann und Frau ihren Ausdruck finden. Selene repräsentiert die unbewusste Kraft der Seele, die in jedem Menschen zum Tragen kommt und in seinem Leben zu Ausdrucksformen führt. Zentrale Aussage dieses Mythos ist, dass aus der Beziehung, die Selene mit Endymion eingegangen ist, fünfzig Töchter entstehen. Damit wird ein Bezug zur unbewussten Manifestationskraft des Seeleprinzipes im Menschen hergestellt. Vielfältig sind die Ausformungen des eigenen Unbewussten in der äußeren Welt, die ständig mit den Begebenheiten unseres alltäglichen Lebens nachwachsen, so dass es dem Menschen nur möglich ist, sich dieser Dynamik des Unbewussten über den Weg nach innen anzunähern. Die äußere Welt will dadurch erlöst werden, dass man angeregt durch die vielfältigen Lebensbereiche im Inneren auf die Suche geht und Ähnlichkeiten zum Erlebten findet. Werden diese authentisch empfunden, führt dies zu einer immensen Bereicherung des Menschen. In fast allen Kulturen dieser Welt, von den Inuits, den afrikanischen Naturvölkern, den Völkern Mittelamerikas bis hin zu den Gnostikern der griechischen Spätzeit finden sich Beschreibungen, dass die verborgene menschliche Seele teils in der spiegelnden Oberfläche des Wassers, teils in der Dunkelheit des Schattens zur Offenbarung kommt. Dies ist eine Metapher für die Möglichkeit, sich durch Auseinandersetzung mit dem Schatten im Außen auf die Suche nach den verborgenen Inhalten im Land der eigenen Seele zu gehen. Bei verschiedenen Stämmen der Inuits z. B. wurde die Seele "tarneq" genannt, eine Bezeichnung, die gleichfalls für die "Spiegelung im Wasser" und für den "Schatten" verwandt wird. In einer Beschreibung über den hellenischen Spiegel wird berichtet, dass sich in Patrai vor dem Heiligtum der Demeter eine Quelle befand. Dort hing ein Spiegel an einem Strick kurz über der Wasseroberfläche. Wer nach der Verehrung der Göttin Demeter (bedeutet Kornmutter und ist Sinnbild für die materielle Welt) auf die Wasseroberfläche und in diesen Spiegel sah, vermochte alles über sich zu sehen, was er nur begehrte. Ein altperuanischer Mythos beschreibt diesen Inhalt ebenso: "Als der Inka Yupanqui zu der Quelle "Susur-puquio", kam, gewahrte er, wie eine spiegelnde Kristallscheibe in das Wasser fiel, in der er die Gestalt seines Vaters, des Sonnengottes sehen konnte. Nach einiger Zeit verschwand die Erscheinung und nur der Spiegel blieb im Wasser zurück. Er nahm den Spiegel an sich und vermochte fortan in ihm über sich alles zu sehen, was für ihn bedeutsam war."

Wasser und Spiegel sind wie in vielen mythischen Überlieferungen beschrieben uralte Metaphern für die innere Selbstbetrachtung. Durch den Einstieg in den Urbrunnen der Seele wird die daraus entspringende regenerierende Erkenntniskraft der Seele geweckt. Wasser und Spiegel finden ihre analoge Zuordnung zum Mondprinzip, was bedeutet, dass sie auf einer äußeren Ebene die gleichen Eigenschaften besitzen, wie sie im Inneren der Seele zu finden sind. Im übertragenen Sinn heißt das, wenn der Mensch bereit ist, in die Wasser seiner Seele einzutauchen, vermag er dort im Spiegel der inneren Betrachtung Anteile seines U nbewussten zu sehen, die ihm nur mittels dieses Hinwendungsaktes zuteil werden. Jene Hinwendung nach innen ist für Mann und Frau gleichsam ein zutiefst weiblicher Akt. Bildhaft verschlüsselt, tragen die unterschiedlichsten Mythen der Urvölker jene "heilbringende" Botschaft. Jeder Mythos kündet von dieser universellen Weisheit auf seine Weise und liefert dem Menschen im ewig zeitlosen Gewand die gesetzmäßigen Zusammenhänge seiner Seele stets gleich und über die Jahrtausende unverändert. Äußerlich mag es zwischen den Kulturen Unterschiede geben, doch im inneren Gefüge des Menschen walten universelle Gesetzmäßigkeiten. So kann der Mythos zum richtungsweisenden Element auf dem Weg der Selbstfindung werden, wenn man um dessen Symbolik weiß. Die Kräfte des Unbewussten besitzen eine zwingende Manifestationsdynamik, so dass die äußere Welt mit ihren Szenarien, wie sie jeder Mensch in seinem individuellen Leben erlebt, als Ausdruck der unbewussten Kräfte des Inneren zu verstehen sind. Im Außen spiegeln sich vom Menschen unerkannt die Abstrahlungen der inneren unbewussten Kräfte wider, so wie das Sonnenlicht im Wasser. So kann der eigene geistige Weg, angeregt von den äußeren Erlebensbereichen, zu einer Suche im eigenen Inneren führen, um dort dem im Außen erlebten unerkannten Kräftespiel nachzuspüren. Erlebt der Mensch beispielsweise in ständiger Wiederholung Umbrüche in seinem Leben, die ihn aus der Geborgenheit seiner verschiedenen Lebensbereiche reißt, wäre es bedeutsam, nach jenem Teil in seinem Inneren zu forschen, der unangepasst ist und sich aus unbewegten, stagnanten Situationen lösen möchte. Möglicherweise ist das Leben, das der Mensch lebt, zu angepasst und er hält an Lebensbedingungen fest, so dass die nicht gelebte Wandlungskraft seines Inneren nach außen emaniert wird und sich dort in Umbrüchen ausdrückt. Nicht umsonst bedeutet das Wort Katastrophe übersetzt Umkehr. Taucht der Mensch in seinen Inneraum ein und forscht in seinen geheimen verborgenen, Intentionen und inneren Bildern nach jenem bewegten Teil, der nur darauf wartet, dort gefunden zu werden, entwickelt dieser eine erlösende Kraft, sofern der Mensch ihn authentisch empfindend als einen Teil von sich annimmt. Der Mensch öffnet sich auf diese Weise innerlich einer verborgenen eigenen Wesensqualität und nimmt durch das Empfinden jenen Fremdanteil in sich auf. Es findet eine Integration statt, die mit dem Prinzip der Liebe gleichzusetzen ist, die den Menschen in ähnlicher Weise öffnet, denn in jeder Beziehung werden Fremdanteile des Partners integriert. Jede Beziehung hat auf beide Partner stets einen verwandelnden Charakter, und die Liebe ist die Kraft, die es möglich werden lässt. Es kommt zur Vereinigung, und wie der Volksmund schon sagt, überwindet Liebe Grenzen. Aus geistiger Sicht ist der Sinn des Mysteriums einer jeden Beziehung, zur Erweiterung und Wachstum des Menschen beizutragen. Während der inneren Arbeit öffnet sich der Mensch zwar keiner Beziehung, aber er öffnet sich den verborgenen Anteilen seines Wesens und hält quasi "Hochzeit" mit seinem Schatten, dem Unbewussten, das er gleichermaßen durch Integration und wirkliches Empfinden erlösen kann. Fortan muss dieser Teil nicht mehr über die äußeren Erlebensbereiche an ihn herantreten, denn der Mensch hat die zu integrierende Seelenqualität selbst in seinem Inneren gefunden. Dieses Eintauchen in den Innenraum ist natürlich nicht mit einem einzigen Mal getan, so dass man glauben könnte, man hat es einmal gemacht und damit hat es sich erledigt. Es gibt eine Vielzahl an Fremdanteilen des Menschen in seinem Inneren, die in den unterschiedlichsten Lebenphasen variieren und nur darauf warten, vom Menschen ins Bewusstsein gehoben zu werden. So ist es sinnvoll, die innere Seelenlandschaft von Zeit zu Zeit zu bearbeiten. Auch zu diesem innerseelischen Erfordernis gibt es eine sehr aussagekräftige Analogie: Das Edelmetall Silber wird in der Kette der analogen Prinzipien dem Mondprinzip zugeordnet. In früheren Zeiten, als es noch keine mit Folie bedampften Glasscheiben gab, spiegelten sich die Menschen in polierten Silberplatten. Silber besitzt jedoch die Eigenschaft, dass es durch den im Eiweiß enthaltenen Schwefel stets eine Verfärbung bis hin zur Schwärzung erfährt. Das Eiweiß rechnet man in den Analogien dem Mars-Prinzip zu, welches in der Astrologie für die Trieb- und Ich-Kräfte steht. Der Schwefel findet seine analoge Zuordnung zum Pluto-Prinzip, dem die Vorstellungen und Bildinhalte des Menschen zugeordnet werden. Hieraus lässt sich folgern, dass es die vorstellungsgeprägten Ich-Kräfte sind, die zu einer Trübung im menschlichen Bewusstsein führen. Der Mensch läuft stets Gefahr, sich in seiner Eigendynamik mittels seiner Handlungsweisen so zu verstricken, dass ihm der klare Blick in seine innere Wirklichkeit nicht mehr möglich ist. Genau wie man das Silber von Zeit zu Zeit putzen muss, gilt es auch im eigenen Seelenhaus Silberputz zu halten, nämlich indem man sich selbstbetrachtend seinen inneren Welten zuwendet. Der Innenraum will durch die Arbeit am Unbewussten gepflegt werden, was im Ergebnis zu mehr Geborgenheit und konstruktiven Lebensverläufen in der äußeren Welt führen wird. Erfährt der Mensch die Kräfte seiner verborgenen Anteile in seinem Inneren, dann verlagert er die Konfrontationsebene (die vom Außen gemittelte Botschaft) von außen nach innen, denn die Dynamik, die der Mensch erlebt, will ihn nicht in einen willkürlichen Leidensaspekt hineinführen, sondern ihm Anteile seines Inneren vermitteln, die ihm nicht bewusst sind. Aktualität: Forscht man danach, was gerade in der Aktualität dem Kollektiv "gemittelt" wird, dann ist es das Mysterium des Todes. Auffällig sind derzeit die Vielzahl und Häufungen von Konfrontationen mit dem Tod. Meist vollziehen diese sich mitten im prallen Leben, dort wo gefeiert, genossen wird oder auch während der alltäglichen Pflichtverrichtung. Man denke an die tödlichen Unfälle bei Reiseveranstaltungen, das Bombenattentat vor einem Rockkonzert, die Explosion einer Tankstelle in der Nähe einer Hochzeitsgesellschaft, die grauenvolle Amokfahrt eines Autofahrer, in ein Straßencafé, die erneuten Todesschüsse in einer Schule, tödliche Dramen in Familien die Liste lässt sich beliebig weiter fortsetzen mit den vielen Krisenherden und Kriegsregionen. Besonders in der europäischen Region, der Insel der glückseelig Konsumierenden, manifestieren sich die Katastrophen dort, wo der Mensch sich vollkommen selbstvergessen in Entspannung und Ablenkung dem äußeren Leben hingibt. Vehemente Erlebnisse mahnen ihn seiner Ursprungsquelle, dem Jenseits, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Für jeden Einzelnen, der daran interessiert ist, den inneren Erfordernissen, die im Außen ihren symbolhaften Ausdruck finden, nachzugehen, bedeutet dies, sich dem Mysterium des Todes zuzuwenden. Dies kann neben der intellektuellen Auseinandersetzung bestenfalls geschehen, indem man sich in seinen Innenraum begibt und sich dort mittels Zeitreisen in seinem Leben zurückbewegt bis hin vor die Schwelle der Geburt und wenn möglich auch noch weiter, um den Zyklus der Bewegung vom Diesseits ins Jenseits und vom Jenseits ins Diesseits zu erfahren. Dies ist möglich mittels meditativer Wachtrancen, in denen man ganz bewusst ist. Dabei handelt es sich nicht um eine Einbildung, sondern solche Arbeiten haben tausende Menschen bereits gemacht und sie wurden in anderen Kulturen, wie z. B. im antiken Ägypten, den Asklepiaden Griechenlands, bei den Tibetern und den Indianern in Mittelamerika, praktiziert. Heute ist es möglich, mittels einer seriösen Arbeit, wie sie in der Visionstherapie oder der Reinkarnationstherapie zu finden ist, ähnliche Erfahrungen zu machen. Sicher ist es nicht der vollumfängliche Ansatz dieser Arbeit, dem Mysterium des Todes nachzuspüren, oft geschieht es während man andere Themen bearbeitet, aber es ist möglich, durch bekannte Techniken gezielt auf dieses Thema zuzusteuern. Dabei geht es nicht darum, weitere kausale Projektionen aufzubauen, wie es beispielsweise zum Ableben gekommen ist oder wer daran möglicherweise mitbeteiligt war, sondern wesentlich sind die Erfahrungen des Lösens und das Erleben der Übergangsphasen. Dies kann eine sehr bereichernde Arbeit sein, vor der man sich nicht zu fürchten braucht. Mit solchen Erfahrungen kann das Verhältnis zum Tod ein vollkommen anderes werden. Man könnte jetzt einwenden, dass dies rein subjektive innere Erlebnisse sind, doch eins ist gewiss: Die meisten Menschen, die sich über ihre Erlebensbereiche, die Wechselphasen zwischen Ableben und Geburt ausgetauscht haben, hatten unabhängig von einander die gleichen Erfahrungen gemacht. Je mehr es ihnen gelingt, sich dem Thema, das lange Zeit und auch jetzt noch zu den Tabuthemen gehört, zuzuwenden, desto eher vermag es zu einer bereichernden Quelle zu werden. Denn besonders das unerforschte Gebiet des Todes ist der Ursprung, auf den viele Ängste des Menschen zurückzuführen sind. Wer dieses Mysterium für sich erforscht, kann eine befreites Gefühl in sich erleben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie für sich im Inneren erweiternde Erfahrungen machen.

Herzlichst
Randolf M. Schäfer

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